Konzeption

1.Vorwort des Trägers

Als Träger der Kindertagesstätte Kunterbunt möchten wir, die Vorstandschaft, Sie einladen beim Lesen der folgenden Seiten unsere Einrichtung kennenzulernen. Wir hoffen, dass Sie Vertrauen schöpfen und Ihre Kinder gerne in die Obhut unserer Erzieherinnen geben.

1.1.St. Johannisverein e.V. Dorfprozelten

Der Träger unserer Kindertagesstätte ist der St. Johannisverein e.V. Dorfprozelten. Der Verein wurde am 17. August 1919 gegründet und 1922 ins Vereinsregister eingetragen. Zweck des Vereins war damals die Einrichtung einer ambulanten Krankenpflege, einer Nähschule für Mädchen und eines Kindergartens. Seit 1990 ist der St. Johannisverein nur noch Träger der Kindertagesstätte Kunterbunt und seit 2017 Kooperationspartner der Offenen Ganztagsschule in Dorfprozelten.
Die Vorstandschaft entscheidet über alle finanziellen und personellen Belange. Öffnungszeiten, Schließtage, Änderungen in und um den Kindergarten werden gemeinsam mit der Kindergartenleitung besprochen und festgelegt. Selbstverständlich werden die Wünsche des Elternbeirates in alle Überlegungen mit einbezogen.
Die Vorstandschaft steht dem pädagogischen Team und den Eltern für Fragen und Probleme stets gerne zur Verfügung.
Der Verein hat derzeit ca. 150 Mitglieder. Sie als Eltern können für einen Jahresbeitrag von
13 Euro Mitglied des Vereins werden.

1.2. Chronik unseres Kindergartens

Wie schon erwähnt, wurde der St. Johannisverein als Träger des Kindergartens im Jahre 1919 gegründet. Im Jahre 1927 konnte der jetzige Bau des Kindergartens in der Ringstraße eingeweiht und seiner Bestimmung übergeben werden. Das Gebäude ist Eigentum der Gemeinde Dorfprozelten. Von 1927 bis 1992 führten die Schwestern des Ordens „Töchter des heiligen Erlösers“ die sogenannte Kinderschule und bewohnten das obere Stockwerk. In dieser Zeit erweiterte sich die Einrichtung von einem eingruppigen zu einem zweigruppigen Kindergarten. Durch die steigende Kinderzahl war eine weitere Gruppe im Jahre 1994 und eine vierte Gruppe bereits 1996 notwendig geworden. Danach trat jedoch ein starker Rückgang der Geburtenzahlen ein, sodass bereits im Jahre 2002 die vierte Gruppe wieder geschlossen werden musste.
Heute beherbergt das Gebäude zwei Krippengruppen mit jeweils 12 Plätzen und zwei Kindergartengruppen mit jeweils 25 Plätzen. Es gibt zwei getrennte Freispielbereiche für die Krippenkinder und die Kindergartenkinder.
Unser Kindergarten untersteht dem Caritasverband der Diözese Würzburg.

1.3.Unsere Gemeinde im Wandel der Zeit

Wie auch andere Gemeinden im Südspessart, muss sich Dorfprozelten dem Wandel der Zeit stellen.
Junge Eltern müssen heute beruflich flexibel sein und sind auf gute Betreuungsplätze für Krippen- und Kindergartenkinder angewiesen. Wir stellen uns dieser Aufgabe und bieten den jungen Familien Hilfe an, indem wir auf individuelle Probleme eingehen und gemeinsam Lösungen suchen.
Inklusion ist seit einigen Jahren ein wichtiges Thema. Dieser Herausforderung stellen wir uns schon seit vielen Jahren und versuchen auch zukünftig, Kinder mit besonderem Betreuungsbedarf in den Kindergarten zu integrieren. Wir konnten in diesem Bereich bereits viele positive Erfahrungen sammeln und sind sicher, dass Integration für behinderte wie für gesunde Kinder von großer Bedeutung ist.
Seit der großen Flüchtlingswelle im Jahre 2015 haben wir natürlich vermehrt Kinder mit Migrationshintergrund aufgenommen. Wir bieten den Familien vielfache Hilfestellungen an, damit sie sich in ihrer neuen Lebenssituation besser zurechtfinden können. Für die Kinder der Flüchtlingsfamilien ist es sehr wichtig und hilfreich, so früh wie möglich in einer vertrauensvollen und friedlichen Umgebung aufzuwachsen und spielerisch im Alltag unsere Sprache zu erlernen. Dies zu ermöglichen ist uns ein großes Anliegen.

2. Unser Leitbild

Wir sind eine katholische Kindertagesstätte und unser Auftrag ist es, das Vertrauen der Kinder in das Leben und den Glauben an Gott zu stärken. Alle Kinder bilden eine Gemeinschaft, in der ihre unterschiedliche Herkunft, ihre Stärken und Fähigkeiten, ihre Persönlichkeit und ihr Glaube geachtet werden.
Unser Mitarbeiterteam hat sich zum Ziel gesetzt, die Erziehung der Kinder in der Familie zu unterstützen und zu ergänzen.
Wir bieten einen Lebensraum für die Kinder, in dem wir sie in allen Entwicklungsbereichen fördern, um sie möglichst optimal auf die Einschulung und ihren Lebensweg vorzubereiten. Emotionale Sicherheit, Geborgenheit und Fürsorge sind uns besonders für unsere jüngsten Kinder wichtig.
Unsere differenzierten Gruppenprofile stärken die Lernfreude der Kinder und lassen sie zu eigenständigen Persönlichkeiten heranwachsen. Wir bieten den Kindern reale Erfahrungsräume und vielfältige Beschäftigungsmöglichkeiten, damit sie sich frei entfalten und ausprobieren können.
Die Zusammenarbeit und der Austausch mit den Eltern ist ein wichtiger Aspekt in unserer pädagogischen Arbeit.
Wir freuen uns über engagierte Eltern, die unseren Kindergartenalltag bereichern.
Schritt für Schritt gehen wir gemeinsam mit Ihnen und Ihrem Kind durch die erlebnisreiche Krippen- und Kindergartenzeit.
Ihr pädagogisches Team der Kita „Kunterbunt“

3. Rahmenbedingungen

3.1. Allgemeine Informationen zu unserer Kindertagesstätte

Unsere Einrichtung stellt laut der aktuellen Betriebserlaubnis 24 Plätze für Kinder ab dem
12. Lebensmonat sowie 50 Plätze für Kinder von 3 Jahren bis zum Schuleintritt zur Verfügung.
Diese insgesamt 74 Plätze teilen sich auf in
• zwei Kindergartengruppen mit jeweils 25 Plätzen und
• zwei Krippengruppen mit jeweils 12 Plätzen

Aufgenommen werden Kinder aus unserer Gemeinde sowie aus den umliegenden Ortschaften, wenn ausreichend Plätze vorhanden sind.
Wir arbeiten in einem teiloffenen Konzept. Das bedeutet, dass sich die Kinder innerhalb eines strukturierten und verlässlichen Rahmens frei bewegen können, um eigenen Interessen und Vorlieben nachzugehen.
Ein Anspruch auf Aufnahme des Kindes in die Kindertageseinrichtung entsteht erst mit Abschluss des Bildungs- und Betreuungsvertrages zwischen den Eltern/Personensorgeberechtigten und dem Träger der Einrichtung. Der Vertrag wird nach vorheriger schriftlicher Anmeldung in der Einrichtung ausgestellt und muss von beiden Parteien unterschrieben sein.

Änderungen während des Betreuungsverhältnisses
Sollten sich im Verlauf des Betreuungsverhältnisses Änderungen zu Punkten ergeben, die im Betreuungsvertrag festgehalten sind, muss dies unverzüglich und schriftlich der Kita mitgeteilt werden. Dies betrifft z.B. Änderungen zu den Punkten Wohnort, Adresse, Telefonnummern, Sorgerechtsbescheide, Abholberechtigungen, gesundheitliche Aspekte ect.
Sie sind uns willkommen….

Unsere Öffnungszeiten
Unsere Einrichtung hat an 5 Werktagen in der Woche geöffnet.
Die Öffnungszeiten belaufen sich wie folgt:

Öffnungszeiten der Krippengruppen
(Mond- und Sternschnuppengruppe)
Montag bis Donnerstag 7.15 Uhr – 14.30 Uhr
Freitag 7.15 Uhr – 14.00 Uhr.

Öffnungszeiten des Kindergartens
(Sonnen- und Planetengruppe)

Montag bis Donnerstag 7.15 Uhr – 16.00 Uhr
Freitag 7.15 Uhr – 14.00 Uhr.

Bring- und Abholzeiten:
Die Bringzeit in unserer Einrichtung richtet sich nach der Buchungszeit und endet um 9.00 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt sollten die Kinder an das Kindergartenpersonal übergeben sein und die Bringenden sollten den Kindergarten wieder verlassen haben, da die Kernzeit beginnt.
Bitte kommen Sie kurz mit in den Gruppenraum und übergeben Sie das Kind an das Kindergartenpersonal. Beachten Sie, die Aufsichtspflicht des Personals beginnt mit der persönlichen Begrüßung. Ein Zuwinken von weitem reicht nicht aus.
Es obliegt der Verantwortung der Erziehungsberechtigten wer das Kind in den Kindergarten bringt.
Die Abholzeit in der Krippe ist entweder von 12.00 Uhr bis 12.30 Uhr oder von 14.00 Uhr bis 14.30 Uhr. Im Kindergarten sind die Abholzeiten stündlich ab 13 Uhr.

Abholberechtigung
Abholberechtigt sind die Personensorgeberechtigten (PSB), das heißt in den meisten Fällen beide Elternteile. Diese wiederum können aufgrund ihres Sorgerechts Personen bestimmen, die ergänzend ihre Kinder abholen dürfen. Diese zusätzlich Abholberechtigten müssen der Kita in schriftlicher Form, inklusive Adresse und Telefonnummern, mitgeteilt und von allen PSB unterschrieben werden. Die Abholberechtigten müssen das 18. Lebensjahr vollendet haben.
Ausnahmen
• Es ist möglich eine Sondergenehmigung für Abholer zu beantragen, die das 16. Lebensjahr vollendet haben. In diesem Fall holen Sie sich bitte das entsprechende Formular im Kindergarten ab.
Eine ausnahmsweise Abholung durch nicht vorher benannte Personen kann nur
dann erfolgen, wenn diese zeitnah angekündigt und vereinbart ist.
• Telefonische Absprachen können nur in begründeten Ausnahmefällen akzeptiert werden.
• Wünschenswert wäre, wenn die Eltern eine Ankündigung in schriftlicher Form, versehen mit Datum und Unterschrift der PSB, dem Kindergartenpersonal übergeben.
• Personen, die offensichtlich nicht in der Lage sind die Kinder abzuholen (z. Bsp. unter Drogen/ Alkohol stehen, dement sind ect.), sind auch dann nicht abholberechtigt, wenn sie von den PSB als Abholberechtigte benannt sind.

Krankheiten
Jeder wird einmal krank. Wichtig ist es, dass kranke Kinder zu Hause bleiben dürfen, um sich auszukurieren.
Infektionen breiten sich im Kindergarten häufig explosionsartig aus.
Ob Brechdurchfall, Windpocken oder grippale Infekte: Wenn alle die Regeln des Infektionsschutzgesetzes (siehe Anlage 4 des Betreuungsvertrages) beachten, stoppt das die Ausbreitung möglichst schnell!
Deshalb appellieren wir an die Eltern, mit den Krankheiten des Kindes bzw. der Familie sensibel umzugehen, denn dann kann auch jeder sein gesundes Kind vertrauensvoll in den Kiga bringen. Im Rahmen unserer Sorgfaltspflicht lassen wir kranke Kinder abholen, evtl. bitten wir die Eltern ihr Kind zu Hause zu lassen.
Bei Fieber, erhöhter Temperatur, Erbrechen und/oder Durchfall müssen Eltern ihre Kinder zu Hause behalten. Die Kinder müssen 24 Stunden fieberfrei sein, sich nicht mehr erbrochen und mindestens einen festen Stuhlgang haben, bevor sie wieder in die Einrichtung gebracht werden dürfen.
Der Kindergarten behält sich vor, bei Bedarf ein ärztliches Attest anzufordern.
Damit Ihnen der Kindergartenplatz nicht verloren geht, melden Sie jede Erkrankung oder längeres Fernbleiben im Kindergarten. Lesen Sie dazu bitte auch den Punkt „Erkrankungen eines Kindes/Freihaltezeit“ in unserem Aufnahmevertrag.

Schließtage/ Ferienzeiten
Jedes Kindergartenkind braucht auch einmal eine Arbeitspause. Hierzu gibt es in unserer Einrichtung festgelegte Schließtage, die sich an den Schulferien sowie den Urlaubszeiten der umliegenden Arbeitgeber orientieren. Die Schließtage werden jedes Jahr, nach Absprache mit Träger und dem Elternbeirat, neu festgelegt und belaufen sich auf maximal 30 Tage im Jahr. Zu Beginn eines jeden Kindergartenjahres werden diese vom St. Johannisverein e.V. im Schaukasten unserer Einrichtung sowie an unserer Infotafel im Kindergarten ausgehängt.

Elternbeiträge/ Kosten
Die zu entrichtenden Elternbeiträge sind gestaffelt nach den jeweiligen Buchungszeiten und unterscheiden sich in Kindergarten- und Krippenbeitrag. Die aktuell gültigen Beiträge können in der Einrichtung nachgelesen sowie bei der Kindergartenleitung oder dem Träger erfragt werden.
Unsere Einrichtung wird vom Freistaat Bayern gefördert, indem jedes Kind ab 3 Jahren einen Elternbeitragszuschuss von 100,00 Euro pro Monat erhält. Für die Krippenbeiträge können die Eltern unter bestimmten Voraussetzungen ebenfalls einen Zuschuss von 100,00 Euro erhalten, wenn sie einen entsprechenden Antrag beim Zentrum Bayern Familie und Soziales gestellt haben.
Da sich der Elternbeitrag auf eine 12 – Monatsbuchung bezieht, fallen bei einer vorzeitigen Ausscheidung vor Beendigung des Kindergartenjahres anteilmäßig Kosten für die Ferienzeiten/Schließtage an.

Bei Ereignissen, die unter die Rubrik „Höhere Gewalt“ fallen und durch diese deshalb kein regulärer Kita-Betrieb stattfinden kann oder der Kita Betrieb eingestellt wird, müssen die Elternbeiträge weiterhin gezahlt werden.

3.2. Rundgang durch die Kindertagesstätte

Um Ihnen eine bessere Orientierung zu ermöglichen, möchten wir mit Ihnen gedanklich durch die Räumlichkeiten der Kindertagesstätte Kunterbunt laufen.

In unserer Einrichtung gibt es 4 Gruppenräume. Die Mondgruppe (Kinderkrippe) und die dazugehörenden Toiletten mit Wickelbereich befinden sich im Erdgeschoss. Im Büro – Eingangsbereich gleich links – haben Sie die Möglichkeit, die Leitung zu den aushängenden Sprechzeiten für alle Fragen und Belange rund um den Kindergarten sowie für Neuanmeldungen, Umbuchungen etc. anzutreffen.

Durch ein paar Stufen und eine Glastür getrennt (im gleichen Stockwerk) finden wir die Sternschnuppengruppe. Hier werden ebenfalls Krippenkinder betreut. Auch hier gibt es einen sehr ansprechenden Toiletten- und Waschbereich mit Wickeltisch.
Gegenüber kommt man in die Küche, in der wir mit den Kindern kochen, backen und die auch von Eltern als kleine gemütliche Aufenthaltsecke genutzt wird.

Im 1. Stock, den sie über eine Holztreppe im Foyer unseres Kindergartens erreichen, befinden sich links die Räume der Sonnenkinder und rechts die der Planetenkinder. Jede Gruppe verfügt zusätzlich über einen Nebenraum für die verschiedensten Angebote. Die in jedem Zimmer eingebaute 2. Ebene ermöglicht den Kindern ein differenziertes Gemeinschaftserleben und bietet ihnen Ruhezonen und Rückzugsmöglichkeiten. Selbstverständlich verfügt auch hier jede Gruppe über ihre eigenen Toiletten und einen Waschraum. Die Garderobe zwischen den zwei Gruppenräumen bietet Fläche für verschiedene Bewegungs- und pädagogische Zusatzangebote. Nebenan findet man auch eine kleine Kunstecke.

Nun geht’s in den 2. Stock – er ist nur in Begleitung Erwachsener zugänglich. Im Eingangsbereich wurde eine Loungeecke für Eltern und Personal hergerichtet. Auch eine Erwachsenentoilette und ein Materialraum liegen nebenan. Der eigentliche Personalraum im linken Trakt bietet Platz für Vereins- oder Elternbeiratssitzungen, Elterngespräche und für unsere Kindergartenbücherei.

Der Turnraum wurde im Kellergeschoss untergebracht und ermöglicht Platz für Rhythmik- bzw. Bewegungserziehung, Yoga und vieles mehr – er wird von allen vier Gruppen im Wechsel genutzt.

Wenn es die Witterung zulässt, können die Kinder auch im Außenbereich (Spielhof und Spielgarten) spielen. Neben ausreichend Grün- und Rasenflächen , die zu Bewegungsspielen jeglicher Art einladen, gibt es auch altersgerechte TÜV-geprüfte und pädagogisch wertvolle Spielgeräte.
Für die Krippenkinder stehen zwei Krippenwagen (einer davon elektrisch) für Ausflüge zur Verfügung.

4. Das pädagogische Team

4.1. Personal

Die personelle Besetzung in unserem Kindergarten richtet sich nach den Vorgaben des Bildungs- und Erziehungsplans (BEP). Ebenso entspricht unser Qualitäts- und Anstellungsschlüssel den Bestimmungen des bayrischen Kinderbildungs- und Betreuungsgesetzes.
In unserem Kindergarten arbeitet die Leitung eng mit dem Träger zusammen und trifft mit ihm gemeinsam alle kindergartenrelevanten Entscheidungen. Sie leitet und führt das pädagogische Team, ist Ansprechpartner und tätigt Verwaltungsaufgaben. Hierfür steht ihr neben ihrem Gruppendienst ein Zeitkontingent zur Verfügung. Die Büro-und Sprechzeiten der Leitung hängen zur Ansicht im Eingangsbereich aus.
Die Kinder werden durch ausgebildetes pädagogisches Fachpersonal betreut. Verschiedene Kriterien, wie z.B. neue Buchungszeiten, die Aufnahme von Kindern und Arbeitsverbote für Mitarbeiter (während einer Schwangerschaft oder Erkrankung) haben Einfluss auf die personelle Besetzung. Sie wird jeweils den aktuellen Anforderungen angepasst.
Derzeit sind unsere Gruppen folgendermaßen besetzt:
Kinderkrippe:
Mondgruppe: 1 Erzieherin (Gruppenleitung)
2 Ergänzungskräfte (Kinderpflegerin oder Erzieherin)
Sternschnuppengruppe: 1 Erzieherin (Gruppenleitung)
2 Ergänzungskräfte (Kinderpflegerin oder Erzieherin)
Kindergarten:
Planetengruppe: 1 Erzieherin (Gruppenleitung)
1 Ergänzungskraft (Kinderpflegerin)
Sonnengruppe: 1 Erzieherin (Gruppenleitung)
1 Ergänzungskraft ( Kinderpflegerin)

Die Mitarbeiter sind nach den personellen Anforderungen entweder in Vollzeit oder Teilzeit beschäftigt. Das päd. Team wird jährlich durch eine Praktikantin ergänzt. Bei Bedarf wird zusätzlich Personal zur Einzelintegration eingesetzt.
Das gesamte päd. Team wird anhand einer Fotowand im Eingangsbereich mit jeweiliger Gruppenzugehörigkeit vorgestellt.

4.1.1. Qualitätssichernde Maßnahmen / Fortbildungen /
Weiterbildungen

Ein Blick in die Zukunft zeigt uns eine sehr schnelle Veränderung in allen Bereichen des täglichen Lebens. Um unserem Erziehungs- und Bildungsauftrag nachzukommen, muss das gesamte Team die neuesten pädagogischen Erkenntnisse anwenden können. Dies ist nur gewährleistet, wenn wir uns kontinuierlich wissenschaftlich begründet und praxisorientiert fortbilden.
Zum Beispiel durch:
 Leiterinnenarbeitskreise
 Fachzeitschriften und Bücher
 individuelle Weiterbildungen für einzelne Mitarbeiter
 Teamfortbildungen
 Onlinekurse

Fachberatung und Landratsamt
Die Caritas ist für die Fachberatung unserer Einrichtung zuständig. Sie organisiert zum Beispiel die Leiterinnenkreise. Fachberatung und Landratsamt verschicken Newsletter zu aktuellen Angelegenheiten, beraten uns telefonisch oder kommen zur Qualitätsentwicklung in die Einrichtung. Zusätzlich finden regelmäßig Arbeitsgemeinschaften, wie z.B. zum Thema Integration, statt.

Überprüfen und weiterentwickeln
Wir arbeiten kontinuierlich an der Qualität unserer pädagogischen Arbeit. Um das zu ermöglichen, gibt es in unserem Kindergarten eine Reihe von weiteren Maßnahmen:

Für unsere Arbeit mit den Kindern
• Beobachtungen in der Gruppe und einzelner Kinder
• Dokumentationsverfahren zur gezielten Beobachtung
• Beteiligung der Kinder (siehe Punkt Partizipation)
• Beschwerdemanagement (siehe Punkt Reklamations- und Beschwerdeverfahren)

Für unsere Arbeit mit den Eltern
• jährliche Umfragen
• Elterngespräche
• regelmäßige Treffen mit dem Elternbeirat
• Beschwerdemanagement (siehe Punkt Reklamations- und Beschwerdeverfahren)

Für unsere Arbeit im Team
• regelmäßige Besprechungen der Gruppenleitungen sowie des gesamten Teams
• Selbst- und Teamreflexion
• gemeinsame Konzeptionsarbeit und stetige Aktualisierungen
• Mitarbeitergespräche
• gegenseitige Informationsweitergabe bzw. Austausch über Fort- und Weiterbildungen im Team
• Ideenfindung auf einem Whiteboard zur Sammlung und Anregung von aktuellen Themen
• Beteiligung der Kinder (siehe Punkt Partizipation)
• Beschwerdemanagement (siehe Punkt Reklamations- und Beschwerdeverfahren)

4.1.2. Teamarbeit

Wir sind ein fachlich kompetentes und motiviertes Team, das den Kindern ein zeitgemäßes Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsangebot zur Verfügung stellt und Eltern als Erziehungspartner sieht. Unsere Arbeit beruht auf der Grundlage des Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplans (BEP). Wir Mitarbeiter der KiTa Kunterbunt in Dorfprozelten sehen uns als Partner/innen für Kinder und Eltern, die ständig bedacht sind, eine optimale Förderung und Betreuung anzubieten.
Wir orientieren uns an den Lebensbedingungen der Kinder und Eltern vor Ort und unterstützen diese mit spezifischen Angeboten. Wir leiten Normen und Werte von einem christlichen, caritativen Menschenbild ab. Im Mittelpunkt steht das Kind! Unsere Mitarbeiter nehmen es an, wie es ist und fördern es nach seinen Möglichkeiten.
Der Leitsatz von Maria Montessori „Hilf mir, es selbst zu tun“ begleitet uns täglich in allen Bereichen unserer Arbeit. Vorrangig für uns ist, soziale Kompetenzen in der Kindertagesstätte (Krippen- und Kindergartengruppen) zu fördern, Bildung in allen Bereichen zu ermöglichen und Bewusstsein für das Zusammenleben verschiedener Nationalitäten zu vermitteln.
Die Zusammenarbeit im Team ist geprägt von Akzeptanz, Respekt, Ehrlichkeit und gegenseitiger Wertschätzung, was sich in unserer Einrichtung wiederspiegelt. Unser Umgangsstil mit Kindern und Eltern ist demokratisch und respektvoll gegenüber allen Beteiligten.
Unsere Ziele reflektieren wir regelmäßig in den wöchentlichen Teamsitzungen, ebenso besprechen wir individuelle Problemsituationen und versuchen eine gemeinsame Lösung zu finden. Des Weiteren werden die pädagogische Arbeit und die laufenden Projekte geplant.

4.2. Unsere pädagogische Haltung

In unserer pädagogischen Arbeit steht das Kind im Mittelpunkt. Wir sehen jedes Kind als eigenständige Persönlichkeit an, mit eigenen Bedürfnissen und individuellen Lebensumständen.
Gerade in den ersten Lebensjahren wird die Gesamtentwicklung des Kindes geprägt. Das elementare Erlebnis, geliebt, angenommen und geborgen zu sein, kann für dieses Alter gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Deshalb praktizieren wir hier in unserem Kindergarten den demokratisch-partnerschaftlichen Erziehungsstil.
Das heißt:
• Wir nehmen das Kind so an wie es ist.
• Wir schätzen das Kind, unabhängig von seinem Tun.
• Wir bauen ein freundschaftliches Verhältnis zu den Kindern auf.
• Wir erkennen und handeln entsprechend der Bedürfnisse der Kinder.
• Wir sind Vorbild im täglichen Miteinander.
• Wir beziehen die Kinder in die Planung und Überlegung zur Gestaltung des Alltags mit ein.
Spielen – so wertvoll wie ein Schatz

Kinder sind neugierig. Alles was Kinder sehen und hören, fühlen und anfassen wird zum Spiel. Sie wollen die Welt entdecken, verstehen und sich mit unbekannten Dingen vertraut machen. Das Spiel bietet daher ideale Voraussetzungen für die Entwicklung und Stärkung der Kompetenzen im emotionalen, sozialen, motorischen und im kognitiven Bereich.
In unseren Gruppen bieten wir Aktivitäten und Lernsituationen an, die das Kind in seiner gesamten Entwicklung ansprechen. Je nach Entwicklungsstand der Kinder, gibt es Spiel- und Bastelmaterial, welches für die Kinder altersentsprechend möglichst frei zugänglich ist. Verschiedene Alltagsgegenstände werden von den Kindern zweckentfremdet und zu Spielmaterialien umfunktioniert. Sie haben ebenso die Möglichkeit in neue Rollen zu schlüpfen, Gesellschaftsspiele kennenzulernen, Puzzle auszuprobieren und sich zu bewegen. Dafür stellen wir entsprechende altersgerechte Spielräume zur Verfügung, die individuell auf die Kinder abgestimmt sind. Jedes Kind hat dabei seinen eigenen Rhythmus spielerisch zu lernen. Es soll vor allem Freude am Spiel haben. Durch häufiges Wiederholen bekommt das Kind eine gewisse Sicherheit in seinem Handeln, was zur Steigerung des Selbstbewusstseins führt. Das Spiel ist von entscheidender Bedeutung für einen darauf aufbauenden Erwerb von notwendigen schulischen Fähigkeiten.

4.2.1. Situationsorientiertes Arbeiten / teiloffene Gruppen

Die teiloffene Gruppenarbeit hat sich im Laufe der pädagogischen Entwicklung von Kindertagesstätten als alternative Betreuungsform bewährt. Bei dieser Arbeitsweise bleiben die Stammgruppen (bei uns Planeten-, Sonnen-, Mond- und Sternschnuppengruppe) erhalten und bilden den Tagesbeginn der jeweils zugeordneten Kinder. Wir begrüßen und empfangen die Kinder herzlich, machen einen Morgenkreis und essen in der Gemeinschaft, nachdem wir uns die Hände gewaschen haben – die Reihenfolge variiert in den einzelnen Gruppen. Nach diesem gemeinsamen Start ist Zeit für das Freispiel, unsere Projekte oder die Besuche in anderen Gruppen.
Das Angebot, den Vormittag in einer anderen Gruppe zu verbringen, wird aber hauptsächlich von den Kindern der Kindergartengruppen in Anspruch genommen, denn die Kleinsten in der Krippe genießen und brauchen noch eine gewisse Nestwärme. Doch auch die Jüngeren können in Begleitung einer vertrauten pädagogischen Kraft sich untereinander in der Krippe, oder in den beiden Kindergartengruppen besuchen. Auf diese Weise bekommen sie von Anfang an neue Eindrücke und einen Einblick in den Kindergartenalltag.
Bei den Hospitationen besteht die Möglichkeit mit Kindern der anderen Gruppe zu basteln, zu spielen und an ihrem Tagesablauf teilzuhaben. Beim zweiten Essen finden sich alle Kinder wieder in ihrer Stammgruppe ein.
Wir arbeiten in unserer Einrichtung außerdem situationsorientiert, d.h. wir gehen davon aus, dass Kinder dann lernen und am sinnvollsten zu beschäftigen sind, wenn man ihre Interessen sowie ihre Erlebnisse aus dem Alltag aufgreift. Dies spiegelt sich in ihrem alltäglichen Handeln und im Spiel wider. Die Kinder stehen im Zentrum der pädagogischen Arbeit, die darauf abzielt, ihre Lebenswelt ernst zu nehmen und zu thematisieren. Es ist wichtig, ihnen beim Erfassen und bei der Verarbeitung zu helfen und Lerninhalte daraus zu entwickeln.
Bei dieser Arbeitsweise werden alle Menschen als gleichberechtigt gesehen und mit Wertschätzung geachtet. Die Idee des situativen Ansatzes geht auf den Pädagogen Krenz in die 1990 Jahre zurück. Zum situativen Ansatz gehören für uns z.B. tägliche Beobachtungen und Gespräche im Morgenkreis über das Wetter, jahreszeitliche Veränderungen oder Feste im Jahreskreis. Aber auch viele persönliche Erlebnisse, wie z.B. die Geburt eines Geschwisterchens, ein Umzug oder ein längerer Urlaub, werden von uns bei Bedarf thematisiert.

5. Übergänge des Kindes im Bildungsverlauf

5.1.Kinder unter drei

Kinder unter 3 Jahren sind motivierte, anspruchsvolle Lerner und Forscher, die ihre Welt mit allen Sinnen entdecken oder sich ausprobieren möchten. Sie lernen unermüdlich durch Zuhören, Beobachten und Imitation, brauchen aber zwischendurch Ruhepausen und Rückzugsmöglichkeiten, um die vielen Eindrücke zu verarbeiten. Außerdem sind Krippenkinder in besonderem Maß und existenziell darauf angewiesen, dass Erwachsene ihre Signale verstehen und angemessen auf sie reagieren. Für die Kleinsten in der Einrichtung ist eine sichere Bindung zu einer erwachsenen Bezugsperson eine elementare Basis. Auf dieser Grundlage können sie ihre Umwelt entdecken, das Wahrgenommene verarbeiten und in Handlungsprozesse umwandeln. Unsere Krippenpädagogik fundiert auf diesen Erkenntnissen und beginnt bereits mit der Aufnahme des Kindes in der Eingewöhnung.
In unserer Einrichtung befinden sich zwei Krippengruppen, in denen Kinder vom 12. Lebensmonat bis zum Eintritt in den Kindergarten betreut und gefördert werden. Sowohl in der Mondgruppe, als auch in der Sternschnuppengruppe, können bis zu 12 Kinder aufgenommen werden. Hierfür sind in jeder Krippe 3 pädagogische Fachkräfte eingestellt. Zusätzlich zu den Gruppenräumen verfügt jede Gruppe über einen Schlaf- oder Intensivraum, einen großen Flurbereich mit Bewegungsmöglichkeiten und ein kleinkindgerechtes Badezimmer. Zusätzlich gibt es einen Außenspielbereich, der speziell für die Krippenkinder gestaltet wurde.

5.2.Elternhaus/Krippe

Bevor die Kinder in unsere Krippe kommen, laden wir die Eltern zu einem Informationsnachmittag in unsere Einrichtung ein. Zu diesem Zeitpunkt informieren wir anhand einer Power Point-Präsentation über die Eingewöhnung, klären Fragen und Organisatorisches und zeigen anschaulich unseren Tagesablauf. An diesem Infotag vereinbaren wir außerdem Schnuppertermine, wo uns die Kinder mit ihren Eltern in der zukünftigen Gruppe besuchen können. Dies geschieht unmittelbar vor der Aufnahme in die Krippe.

5.3. Eingewöhnung und Beziehungsaufbau in unserer Kinderkrippe in Anlehnung an das Berliner Modell

In den vergangenen Jahren konnten wir viele Erfahrungen im Bereich der Eingewöhnung in verschiedenster Weise sammeln. So haben wir uns ein eigenes Eingewöhnungskonzept erstellt, dass sich an das Berliner Eingewöhnungsmodell anlehnt. Für das Kind und die Eltern beginnt mit der Eingewöhnung in der Kinderkrippe eine ganz neue Lebensphase. Das Kind wird in Zukunft eine gewisse Zeit des Tages nicht mehr in der Obhut der Eltern sein.
In unserer Krippe ist vieles anders als in dem bisher vertrauten Umfeld zu Hause. Das Kind erlebt einen veränderten Tagesablauf, eine neue Umgebung und einen Wechsel der vertrauten Personen. Um dem Kind diesen bedeutsamen Schritt des Übergangs zu erleichtern, muss die Eingewöhnungszeit sehr behutsam gestaltet werden. Mit der Anwesenheit der Eltern während der ersten Wochen in unserer Krippengruppe bekommt das Kind die Sicherheit, die es braucht, um sich auf die neue Umgebung, die anderen Kinder und die neuen Bezugspersonen einlassen zu können.
Während der Eingewöhnung stellen wir dem Kind eine Bezugserzieherin aus unserem Team zur Seite.

Erstgespräch:
Bevor das Kind die Mond- bzw. Sternschnuppengruppe zum ersten Mal besucht, findet ein Erstgespräch zwischen Eltern und Erzieherin statt. Hierbei wird über den Entwicklungsstand, die Charaktereigenschaften, die Spieltätigkeit, über Vorlieben und gegebenenfalls auch Ängste des Kindes gesprochen, damit wir besser auf seine Bedürfnisse eingehen können. Außerdem erhält man wichtige Informationen über die Einrichtung und den Tagesablauf in der Gruppe. Selbstverständlich können die Eltern alle Fragen, die sie zu diesem Zeitpunkt noch haben, im Einzelgespräch klären. Anschließend werden die ersten Zeiten der Eingewöhnung verbindlich besprochen.
Phasen der Eingewöhnung:

Grundphase:
Mutter oder Vater begleiten das Kind und halten sich mit ihm im Gruppenraum auf. Die Bezugsperson ist der sichere Hafen in dieser dem Kind noch fremden Umgebung. Das Kind erlebt nun zusammen mit einem Elternteil einen Teil des Tagesablaufs (ca. 1-2 Stunden).
Mutter oder Vater verhalten sich eher passiv und akzeptieren die erste Kontaktaufnahme des Kindes zu anderen Kindern und der Bezugserzieherin. Gleichzeitig sind die Eltern aufmerksam gegenüber den Signalen des Kindes. Während der ersten 6 Tage findet keine Trennung statt.
Die erste Trennung:
Der erste Trennungsversuch kann erst dann unternommen werden, wenn das Kind bestimmte Verhaltensweisen aufzeigt, wie beispielsweise:
– Es erforscht die neue Umgebung interessiert, ohne ständig die Nähe der Bezugsperson zu suchen.
– Es nimmt von sich aus Kontakt mit der Erzieherin und den anderen Kindern auf.
– Das Kind sucht sich zielgerichtet bestimmte Aktivitäten und beschäftigt sich damit.
– Es „antwortet“, wenn es von der Erzieherin angesprochen wird, es horcht auf und hört zu.
– Das Kind fühlt sich in den Pflegesituationen wohl und beteiligt sich aktiv.

Wie an den vergangenen Tagen, bleibt ein Elternteil für ca. 1 – 2 Stunden mit dem Kind im Gruppenraum. Danach verabschieden sich Mutter oder Vater eindeutig von ihrem Kind mit der Zusicherung, dass sie wiederkommen werden. Sie verbleiben aber im Haus, um jederzeit wieder geholt werden zu können. Lässt sich das Kind nach der Trennung von der Erzieherin beruhigen, kommen Mama oder Papa nach ca. 15 Minuten wieder zurück. Nun endet der Tag in der Krippe.

Ist nach der Trennung keine Beruhigung von Seiten der Erzieherin möglich, werden Mutter oder Vater nach kurzer Zeit zurück in den Raum geholt. Der nächste Trennungsversuch wird erst in ein paar Tagen gestartet.

Stabilisierungsphase:
Ist die erste Trennungsphase gut verlaufen, wird die Zeit weiter ausgedehnt. Die Erzieherin beobachtet das Verhalten des Kindes und tauscht sich regelmäßig mit den Eltern darüber aus.

Schlussphase:
Mutter oder Vater bringen das Kind und verabschieden sich nach einem kurzen Gespräch mit der Erzieherin. Zur vereinbarten Zeit holen Sie das Kind ab und sprechen mit der Erzieherin noch einmal über den Tag.
Wenn sich das Kind nun in der Gruppe wohlfühlt, sich wickeln und versorgen lässt, halten sich die Eltern nicht mehr in der Einrichtung auf, sind aber jederzeit telefonisch erreichbar.
Dauer der Eingewöhnung:
Jedes Kind ist eine eigene Persönlichkeit. Einen gleichen Ablauf der Eingewöhnung für alle Kinder kann es daher nicht geben.
Die Eltern sollten in jedem Fall 4 Wochen Zeit für die Eingewöhnung einplanen, um dem Kind einen sanften Übergang in die Kinderkrippe zu ermöglichen!

5.4. Ein Tag in der Kinderkrippe

Ab 7.15Uhr beginnt der Gruppenbetrieb. Die Kinder werden von ihren Eltern gebracht und verabschiedet. Die Erzieherinnen heißen die Kinder herzlich willkommen. Bis alle Kinder da sind wird in den Funktionsecken gespielt, gepuzzelt, gebaut oder ein Bilderbuch betrachtet.
Nach der Bringzeit, die bis 9 Uhr dauert, bereitet sich die Gruppe auf das Frühstück vor, indem die Kinder ihre Hände waschen, Täschchen holen und ihren Platz selbst wählen können. Die Kleinen erhalten dabei so viel Hilfe wie notwendig ist.
Gemeinsam am Tisch zu sitzen und zu essen bereitet schon den jüngsten Kindern viel Freude. Sie kommunizieren auf ihre Art untereinander und nehmen dabei ihre mitgebrachten Mahlzeiten ein. Wir legen Wert darauf, dass die Kinder ihren Platz selbstständig aufräumen und ihre Tasche zurück an die Garderobe bringen. Da in diesem Alter die Sauberkeitserziehung eine große Rolle spielt, beginnen wir nun mit dem täglichen Toilettengang und dem Töpfchen Training. Die Kinder waschen sich nach den Mahlzeiten sowie nach dem Toilettengang selbst und werden hierbei von den Fachkräften begleitet und betreut. Desweiteren werden die Kinder nach Bedarf gewickelt oder gehen auf die Toilette. Durch Beobachten der jeweiligen Entwicklung des Kindes und der gemeinsamen Absprache mit den Eltern finden wir den richtigen Zeitpunkt und lassen die Sauberkeitserziehung zu einem natürlichen Prozess in der Entwicklung des Kindes werden.
Um ca. 10 Uhr beginnt bei uns der Morgenkreis mit unserem Begrüßungslied. In dieser Zeit bieten wir den Kindern geplante Angebote an. Hierzu zählen z.B. Fingerspiele, Lieder, Bilderbücher, Geschichtensäckchen und das Spielen mit Instrumenten. Hierbei werden die Wünsche der Kinder berücksichtigt.
Im Bereich der mathematischen Bildung werden schon unsere Kleinsten geschult, indem wir während des Morgenkreises täglich alle Buben und Mädchen zählen und die Zahl mit unseren Händen und Fingern zeigen. Während unserer Kreisspiele haben die Kleinen die Möglichkeit, sich nach Lust und Laune zu bewegen und mitzusingen.
In unserer Freispielzeit können sich die Kinder nicht nur in den Funktionsecken frei entfalten, sondern bekommen von den Erzieherinnen Anreize durch gezielte Angebote. Hierzu zählen beispielsweise Bastelangebote, Spielen mit selbstgemachter Knete, Schütt- und Steckspiele, Fingerfarben, Heranführen an den Umgang mit Kleber und Schere sowie erste Gesellschaftsspiele.
Um ca. 11.30 Uhr wird das Zimmer aufgeräumt und die Kinder gehen ein zweites Mal zum Händewaschen und anschließend zum Mittagessen. Für die jüngsten Kinder wird bei Bedarf ein Gläschen oder Fläschchen warm gemacht. Alle anderen Kinder essen ihr mitgebrachtes Essen aus dem Kindergartentäschchen.
Nun wird es Zeit für unsere Kleinsten, sich auf die Mittagsruhe vorzubereiten.
Je nach Bedarf, können sich die Kinder ausruhen oder auch einen Mittagsschlaf halten. Die Kinder, die keine Ruhepause benötigen, werden bis 14.30 Uhr in der Mond- oder Sternschnuppengruppe betreut. Um 14.30 Uhr endet unsere Gruppenzeit. Bis dahin haben alle Kinder ausgeschlafen und werden von ihren Eltern abgeholt.

5.4.1. Zusätzliche Angebote in der Krippe

Einmal in der Woche findet bei uns ein Ernährungstag statt. Wir achten auf regionale, gesunde und umweltbewußte Produkte. Von den mitgebrachten Lebensmitteln der Eltern bereiten wir gemeinsam mit den Kindern ein gesundes Frühstück vor. Auch bei einer gemeinsamen warmen Mahlzeit zur Mittagszeit helfen alle Sternschnuppen- und Mondkinder fleißig mit.
Ein Turntag findet wöchentlich statt. So können die Kinder hier Bewegungserfahrungen sammeln und ihre elementaren Bewegungsbedürfnisse befriedigen, indem sie motorische und koordinative Fähigkeiten und Fertigkeiten erproben und verfeinern.
Ebenso ist in unserem Garderobenbereich genügend Platz vorhanden, um dem natürlichen Bewegungsdrang der Jüngeren gerecht zu werden.
Besonders im Krippenbereich ist es uns wichtig situationsorientiert zu arbeiten, um den unterschiedlichen Bedürfnissen unserer Jüngsten gerecht zu werden. Daher bieten wir bedürfnisorientiert in der Kleingruppe Bewegungs- oder Entspannungsangebote sowie kreative Aktivitäten an. Auch Bilderbücher und musikalische Förderung in Form von Liedern oder Singspielen finden vor allem im Rahmen des Morgenkreises statt.

Wir greifen altersentsprechende Projektthemen auf und orientieren uns dabei an der Entwicklung und den Interessen der Kinder. Hierbei halten wir uns vorwiegend an Abläufe und Feste im Jahreskreislauf, oder gestalten individuelle Projekte, die den Kindern in ihrem Alltag entsprechen (z.B. Umweltprojekt, Farbenprojekt, Feuerwehr, Tiere im Herbst usw.).

5.4.2. Schlafsituation

Sowohl die Sternschnuppen- als auch die Mondgruppe verfügen über einen Schlafraum, bzw. eine Rückzugsmöglichkeit für unsere Kleinsten.
Diese beiden Räume wurden von den Erzieherinnen gemütlich und ansprechend gestaltet, d.h. jedes Kind verfügt über ein eigenes Bett, das mit seinem Bild und Namensschild versehen ist. Die kleinen Nestchen sind mit dem eigenen Kissen, Decke oder dem Schlafsack sowie den eigenen Kuscheltieren liebevoll ausgestattet.
In den abgedunkelten Räumen gibt es kleine Schlaflämpchen, die auf die Kinder eine beruhigende Wirkung haben und ihnen die Einschlafsituation so angenehm wie möglich gestalten.
Außerdem haben unsere Jüngsten bei Bedarf die Möglichkeit, sich mit einer Erzieherin am Vormittag in den Schlafraum zurückzuziehen.
Die erste festgelegte Schlafenszeit ist direkt nach dem Mittagessen gegen 12 Uhr. Hier werden die kleinsten Kinder, die bereits sehr müde sind von einer Bezugsperson in den Schlaf begleitet. Die Erzieherin bleibt so lange im Raum, bis alle Kinder eingeschlafen sind. Danach wird der Schlaf anhand eines Babyphons mit Kamera überwacht. Außerdem schaut das Personal in regelmäßigen Abständen in den Schlafraum.
Um 12.30 Uhr gehen alle Kinder, die noch eine Schlafzeit benötigen mit einer zweiten Erzieherin leise zu den bereits schlafenden Kindern. Alle anderen Krippenkinder haben die Möglichkeit in einer Kleingruppe im Freien zu spielen, andere Gruppen oder Spielpartner zu besuchen oder an gezielten Angeboten teilzunehmen.
Um 14.30 Uhr endet die Zeit in der Kinderkrippe und die Kinder werden von den Eltern abgeholt.

5.5. Interne Übergänge von der Krippe in den Kindergarten

Wenn die Kinder von der Krippe in eine der Kindergartengruppen wechseln, bereiten wir sie darauf vor, in dem wir mit ihnen die neue Bezugserzieherin und die neue Kindergartengruppe besuchen. Während des Morgenkreises und der Freispielzeit haben die Kinder die Möglichkeit, den neuen Tagesablauf, die neuen Bezugspersonen, die Kinder und den Gruppenraum kennenzulernen. Sie suchen sich mit ihrer neuen Erzieherin einen Platz an der Garderobe aus, und bringen ihre Mappen, Matschhose und Hausschuhe mit Begleitung in die neue Gruppe. Wir legen Wert auf ein Abschieds- und Begrüßungsritual, das wir individuell für die Kinder gestalten.

5.6. Kinder ab drei

Alle Kinder haben ein Recht auf frühzeitig bestmögliche Bildungserfahrungen und Chancengleichheit von Anfang an. Dieses Recht beginnt nicht erst mit dem Schulalter, sondern bereits mit der Geburt und ist für unsere Arbeit von elementarer Bedeutung. Unser Ziel ist es, die Begabungen und geistig-körperlichen Fähigkeiten aller Kinder zur Entfaltung zu bringen. Jedes Kind unterscheidet sich dabei durch seine Persönlichkeit und Individualität von den anderen. Unsere Kinder gestalten ihre Bildung und Entwicklung aktiv mit und übernehmen dabei entwicklungsangemessen Verantwortung. Der Mensch ist auf Selbständigkeit und Selbstbestimmung hin angelegt, aber alles geschieht im sozialen Kontext. Bildung ist deshalb auch ein sozialer Prozess, der Beziehung voraussetzt und an dem sich alle Beteiligten aktiv beteiligen können. In unserer Arbeit sind wir daher stets mit den Kindern in der Interaktion und im kommunikativen Austausch, um Lern- und Bildungsprozesse anzuregen.
In unserer Einrichtung befinden sich 2 reguläre Gruppen (Planeten- und Sonnengruppe) für Kinder ab dem Kindergartenalter bis zum Schuleintritt. Diese werden von jeweils 2 Fachkräften (Erzieher/in und Ergänzungskraft) betreut. Jeder Gruppenraum ist mit einem Intensivraum ausgestattet und kann mit maximal 25 Kindern belegt werden. Der Flur- sowie Garderobenbereich zwischen den Gruppen wird gemeinsam von den Sonnen- und Planetenkindern für Bewegungsangebote, zum Kneten und für viele weitere Aktivitäten genutzt. Ebenfalls vom Flur aus erreicht man zwei ansprechende Wasch- und Toilettenräume. Im Außenbereich des Gartens befinden sich für dieses Alter geeignete Spielgeräte.

5.7. Ein Tag im Kindergarten

In der Bringzeit empfangen und begrüßen wir die Kindergartenkinder aller Gruppen in der Auffanggruppe. Diese ermöglicht den Kindern einen ruhigen Start in den Tag, da morgens nur wenige Kinder da sind und sich die Gruppe erst langsam füllt.
Anschließend, gegen 8.30 Uhr, gehen die Kinder in ihre jeweilige Gruppe und die reguläre Bringzeit der Sonnen- und Planetengruppe beginnt. Hier werden alle Kinder einzeln begrüßt, denn jedes Kind beginnt seinen Kindergartentag ganz individuell. Manche Kinder haben ein Ritual, um das päd. Personal zu begrüßen oder sich von den Eltern zu verabschieden. In dieser Zeit ist es für das Personal und die Erziehungsberechtigten möglich sogenannte Tür- und Angelgespräche zu führen.

Wenn alle Kinder in der Gruppe angekommen sind, treffen wir uns im Morgenkreis, um
• die Kinder zu begrüßen.
• aktuelle Themen zu besprechen und zu wiederholen.
• Wünsche und Anregungen der Kinder zu erfüllen.
• Lieder, Verse und Kreisspiele zu singen.
• Geschichten und Bilderbücher zu hören.
• Lieder mit Orff-Instrumenten zu begleiten.
• Tagesprojekte vorzustellen.
• mathematische Grundkenntnisse zu vertiefen.

Nach dem Morgenkreis legen wir großen Wert auf Hygiene. Dies bedeutet konkret, dass vor dem Frühstück jedes Kind seine Hände ordentlich wäscht und einige, vor allem kleinere Kinder, gehen schon einmal zur Toilette. Die Kinder lernen durch das stetige Wiederholen wie wichtig Hygiene im täglichen Leben ist, was wir z.B. auch durch „Handwasch- Plakate“ in der Toilette mit ihnen erarbeitet haben.
Wir sind eine katholische Einrichtung und beten mit den Kindern vor dem Frühstück. Wir achten darauf, dass sie ein ausgewogenes Frühstück dabei haben, genug trinken und eine gewisse Zeit sitzen bleiben können. Weiterhin ist es in unserer Einrichtung üblich, dass die Kinder Obst und Gemüse von zu Hause mitbringen und wir dies dann für alle Kinder frisch aufschneiden. So gibt es jeden Tag frische Obstteller, bei deren Zubereitung die Kinder auch gerne mithelfen dürfen.
Da uns auch die Selbstständigkeit der Kinder sehr wichtig ist, lernen sie schon früh ihren Platz eigenständig aufzuräumen und anschließend beginnt die Freispielzeit.

In der Freispielzeit haben die Kinder die Möglichkeit
• Spielmaterial, Spielpartner, die Dauer des Spiels und
den Gruppenraum selbständig zu wählen.
• soziale Kontakte zu knüpfen und Freunde zu finden.
• die Spielbereiche gruppenübergreifend in den Gängen zu nutzen.
• an Projekten teilzunehmen.
• bei Aktivitäten in Kleingruppen mitzumachen.
• sich mit Puzzles und didaktischen Spielen zu beschäftigen.
• mit Konstruktionsmaterial ihrer Fantasie freien Lauf zu lassen.
• die Krippenkinder zu besuchen.
• an Bastelarbeiten und Beschäftigungen teilzunehmen.

Während dieser Freispielzeit bieten wir zusätzliche pädagogische Projekte an (dies meint beispielsweise Mal- und Bastelangebote, die jahreszeitlich und thematisch angepasst sind).
Um 12 Uhr sind wir mit dem gemeinsamen Aufräumen fertig, waschen vor der zweiten Mahlzeit unsere Hände und beginnen mit dem Mittagessen.
Anschließend werden schon die ersten Kinder abgeholt.
Nach dem Essen räumen die Kinder ihren Platz auf und je nach Wetter gehen wir in den Hof oder Garten, um an der frischen Luft zu spielen. Bei Regen können die Kinder weiter mit den angebotenen Materialien in den Gruppenräumen spielen. Für die Jüngeren der Gruppe bieten wir die Möglichkeit in einem der nun freien Krippenräume in ein ruhigeres Spiel zu finden.
Gegen 14.30 Uhr schließen sich die Kinder, die länger in der Einrichtung bleiben zu einer Gruppe zusammen. Nun wird noch einmal Obst aufgeschnitten oder Naturjoghurt, welchen wir über das Schulobstprogramm beziehen, gereicht.
Danach werden die verbliebenen Kinder in der letzten Abholzeit abgeholt und der Tag im Kindergarten geht nun zu Ende.
Im Laufe der Woche bieten wir verschiedene zusätzliche pädagogische Angebote an:
Um die phonologische Bewusstheit der Vorschulkinder zu intensivieren, findet einmal in der Woche das Buchstabenland statt und um die eigentliche Schulreife zu erlangen, bieten wir zusätzlich noch wöchentlich den Vorschultreff an.
Für alle 4-5-jährigen Kinder der Kita findet einmal in der Woche das Zahlenland statt. Hier wird nicht nur die mathematische Grundlage für spätere Rechenübungen gelegt, sondern auch ein Verständnis für geometrische Formen geübt.
In den Regelgruppen wird einmal in der Woche eine gemeinsame Mahlzeit zubereitet, dies kann ein gesundes Frühstück oder auch ein warmes Mittagessen sein. Hierbei dürfen die Kinder mitbestimmen und bei der Zubereitung helfen.
Zudem bieten wir den sogenannten D240 Kurs an. Dieser ist für Kinder mit Migrationshintergrund und für deutsche Kinder mit Sprachauffälligkeiten gedacht. In dieser Zeit werden gezielt Übungen zur deutschen Sprache und ihrer Grammatik durchgeführt.
Um dem natürlichen Bewegungsdrang der Kinder nachzukommen, gibt es neben den Außenspielbereichen in unserer Einrichtung auch einen Turnraum. Dieser ist mit verschiedensten Turnmaterialien und Geräten ausgestattet. Dort können Bewegungsbaustellen oder Turneinheiten zu einem bestimmten Thema abgehalten werden und die Kinder können ihrem Bewegungsdrang nachgeben und diesen ausleben.
Ein zusätzliches Angebot in unserer Einrichtung ist das Entspannungsprojekt. Dieses haben wir durch eine Weiterbildung mit dem Verein „Mehr Zeit für Kinder“ fest in unseren Wochenablauf integriert. Die Kinder melden sich freiwillig, um im Turnraum eine Yogaeinheit oder eine Entspannungsreise durchzuführen. Dies ist für die Kinder wichtig, um ihren stressigen Alltag in einer großen Kindergartengruppe zu entschleunigen. Das Angebot wird von den Kindern mit großer Freude und Engagement wahrgenommen.

5.8. Übergänge in die Schule

„Kinder freuen sich auf die Schule. Sie verspricht mehr Nähe zur Welt der Erwachsenen und älteren Kindern, weil sie endlich richtig lesen, schreiben und rechnen lernen. Diese Freude darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Schuleintritt ein Einschnitt, ein Übergang in ihrem Leben ist, der mit Unsicherheit einhergeht.
Wenn Kinder auf vielfältige Erfahrungen und Kompetenzen aus ihrer Zeit der Kita zurückgreifen sind die Chancen hoch, dass sie dem neuen Lebensabschnitt mit Stolz, Zuversicht und Gelassenheit entgegensehen.“
Tipps, die den Übergang von unserem Kindergarten in die Grundschule erleichtern:
1. Selbstbewusstsein von Kindern stärken
Je positiver das Selbstvertrauen ausgebildet ist, desto offener, erfolgreicher und motivierter können wir selbst Probleme und Herausforderungen im Leben angehen. So legt gerade diese psychische Eigenschaft einen der Grundsteine für die innere Stärke, die unseren Kindern enorm weiterhilft. Es ist uns wichtig, die Kinder im Alltag in ihrer Selbstwirksamkeit sowie in ihrem eigenständigen Denken und Handeln zu unterstützen. Während des gesamten Kindergartentages bekommen die Kinder genug Anerkennung, Zuwendung und Wertschätzung für ihr tägliches Tun und Handeln.
2. Selbständigkeit von Kindern fördern
Eine weitere wichtige Voraussetzung für die Entwicklung von Schulreife ist eine altersentsprechende Selbständigkeit. Unsere Kinder werden sich im Schulgebäude und auf dem Schulhof ohne Begleitung bewegen und auch zurechtfinden müssen. Sie sind für ihre Materialien selbst verantwortlich, sollen an ihre Hausaufgaben denken und sich im Sportunterricht allein umziehen können. Diese Eigenständigkeit wollen wir unterstützen, indem wir den Kindern Aufgaben übertragen und sie diese unabhängig von Erwachsenen durchführen lassen, z.B. ihre Spiel- und Arbeitsbereiche aufräumen, den Tisch decken, Zähne putzen und sich ohne Hilfe waschen oder anziehen.
3. Durchhaltevermögen und Geduld von Kindern fördern
Mit dem Schulstart wird von den Kindern vermehrt Geduld und Durchhaltevermögen gefordert. Es ist notwendig, sich ohne Ablenkung auf eine Tätigkeit zu konzentrieren und sie zu Ende bringen zu können. Zusätzlich sollten die Kinder zu einem gewissen Aufschub oder zur Rückstellung ihrer Bedürfnisse in der Lage sein. In unsere pädagogischen Arbeit zur Unterstützung der Kompetenzen bauen wir immer wieder Segmente, wie Wandern gehen, Sortier- oder Geschicklichkeitsspiele, Knobel und Denkaufgaben, ein.
4. Kritikfähigkeit von Kindern stärken
Die Kinder erhalten mit Beginn der Schulzeit oft das erste Mal in ihrem Leben spezifische Rückmeldung über ihr Verhalten, ihre Fähigkeiten und somit auch über ihre Leistungen. Daher sollten die Kinder über eine gewisse Kritikfähigkeit verfügen. Dies bedeutet für uns, dass wir die Schulanfänger darauf vorbereiten, Belastungen zu verarbeiten und auch mal Misserfolge akzeptieren zu können ohne die Motivation zu verlieren. Wir erreichen dies, indem wir den Kindern im Alltag realistische und authentische Rückmeldungen geben zu ihrem Verhalten oder wenn Grenzen nicht gewahrt wurden. Wir achten darauf, dabei nicht allzu viel Druck auszuüben und stetig eine gewisse Erfolgsaussicht zu vermitteln.
5. Kinder mit ihren Sorgen ernst nehmen
Während viele Kinder die Einschulung kaum erwarten können und sich auf den Schulanfang freuen ist es wichtig, die Sorgen der Kinder ernst zu nehmen. Wir sprechen mit den Kindern und nehmen ihnen ihre Unsicherheiten. Wir sehen dem Schulstart positiv entgegen und stehen den Kindern als Vertrauenspersonen zur Seite.
6. Kinder auf die Einschulung vorbereiten
Unmittelbar vor der Einschulung, bzw. in den letzten Kindergartenwochen vermitteln wir den Kindern was sie zukünftig in der Schule erwartet. Das gibt ihnen eine gewisse Orientierung und schafft Anhaltspunkte. Wie sehen der Klassenraum, die Schule und der Schulhof aus? Wer wird meine Lehrerin? Wer sind meine Mitschüler? Wie ist mein Schulweg? Was erwartet mich in der Schule? Wie ist der Tagesablauf? Welche Aufgaben habe ich?
Der Wechsel von der Kita in die Grundschule ist für jedes Kind eine neue und spannende Erfahrung. Um den Kindern die Unsicherheit vor der neuen Situation zu nehmen, ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Kita und Schule besonders wichtig. Diese Zusammenarbeit ermöglicht einen gelungenen Übergang.

5.8.1. Vorschularbeit

Das letzte Jahr im Kindergarten ist für die Kinder eine aufregende, aber auch oft eine herausfordernde Zeit. Die Vorschüler freuen sich über ihre neue Rolle und blicken mit Spannung auf die baldige Einschulung.
Durch unsere Zielsetzung und die intensive Arbeit in den Lern- und Bildungsbereichen unserer Einrichtung können die Kinder die Fähigkeiten, die sie bis zum Schulbeginn benötigen, weiter ausbauen. Jedes Kind wird nach seinen individuellen Interessen, seiner Lebenssituation und seinem Entwicklungsstand altersentsprechend gefördert. Die Kinder entwickeln eine selbständige Arbeitshaltung, das nötige Selbstvertrauen und Eigenverantwortung.
Im letzten Kindergartenjahr legen wir besonderen Wert auf die Entwicklung eines Zusammengehörigkeitsgefühls der Vorschulkinder untereinander, auch wenn sie in verschiedenen Gruppen betreut werden. In dieser Zeit beobachten und fördern wir gezielt die Kinder hinsichtlich des Schuleintritts. Besonders im letzten Drittel des Jahres gibt es für sie einige Aktionen und Ausflüge, u.a. ein Besuch in der Schule, wodurch der Übergang zum neuen Lebensabschnitt erleichtert wird.
Folgende Entwicklungsbereiche sind uns bei der Schulfähigkeit besonders wichtig:
Sprachliche Kompetenzen:
• altersgerechter passiver und aktiver Wortschatz
• die Fähigkeit, komplexe, grammatikalisch richtige Sätze zu bilden
• das Vermögen, Gehörtes und Gesehenes in eigenen Worten wiederzugeben

Kognitive Kompetenzen:
• Zahlenverständnis
• simultanes Erfassen von Mengen
• Konzentrations- und Merkfähigkeit
• altersentsprechendes logisches Denken
• die Fähigkeit, sich Fachwissen anzueignen
• das Verständnis für sachliche Zusammenhänge
• Interesse an Sachthemen

Feinmotorische Kompetenzen:
• die richtige Stifthaltung
• Fähigkeit, sich eigenständig an – und auszuziehen
• eine Schleife binden zu können
• das Vermögen bzw. die Vorrausetzung Buchstaben und Zahlen schreiben zu können

Soziale und emotionale Kompetenzen:
• Frustrationstoleranz
• die Fähigkeit zu planen und sich selbst zu organisieren
• Regelverständnis
• Empathie
• Durchsetzungsvermögen
• Selbstbewusstsein
• altersentsprechende Konfliktfähigkeit

Die meisten Kompetenzen lernen die Kinder ganz nebenbei im Alltag in der Auseinandersetzung mit anderen Menschen und der Umwelt.
Um bei der Vorschulerziehung noch mehr Anreize zu geben, gehen wir mit den Kindern in Dorfprozelten auf Entdeckungstour und besuchen den Bäcker, die Banken, die Feuerwehr, gemeindliche Einrichtungen, das Tiergehege, die Bücherei und natürlich auch die Grundschule.
Zu einzelnen Aktivitäten und Projekten, die wir mit den Vorschulkindern durchführen, bieten wir gezielte Aufgaben auch in Form von Hausaufgaben an, die von den Kindern mit großem Ehrgeiz und Spaß umgesetzt werden. Wir als Einrichtung begrüßen es, wenn die Eltern uns hierbei unterstützen, indem sie ihre Kinder bei den Aufgaben begleiten und ihnen hilfreich zur Seite stehen. Eine gute Zusammenarbeit zwischen dem Kindergarten und den Eltern begünstigt eine gelungene Vorbereitung auf die Schule.
Das primäre Ziel unserer Vorschularbeit ist es ein Gemeinschaftsgefühl zu schaffen sowie Neugierde und Interesse an neuen Herausforderungen zu wecken. Sie soll dazu dienen, den Kindern die Ängste vor Unbekanntem zu nehmen sowie ihre Fähig- und Fertigkeiten zu festigen. Zusätzlich kann der Umgang mit neuen Materialien oder Situationen erprobt und erlernt werden.
Einem guten Schulstart steht somit nichts mehr im Wege!

5.9. Kooperation mit der Grundschule

Auszug aus dem Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan:
„Kinder sind in der Regel hochmotiviert, sich auf den neuen Lebensraum Schule einzulassen. Dennoch ist der Schuleintritt ein Übergang in ihrem Leben, der mit Unsicherheit einhergeht. Wenn Kinder auf vielfältige Erfahrungen und Kompetenzen zurückgreifen können, sind die Chancen hoch, dass sie dem neuen Lebensabschnitt mit Stolz, Zuversicht und Gelassenheit entgegensehen.“

Für unsere Einrichtung bedeutet das:
Um diesen Übergang für die Vorschulkinder zu erleichtern und positiv zu gestalten, arbeiten wir eng mit der Grundschule Dorfprozelten zusammen. Im letzten Kindergartenjahr dürfen die Vorschulkinder zu etlichen Terminen in die Grundschule, um sich nicht nur mit den Räumlichkeiten, sondern auch mit den Lehrern und dem Team der Ganztagesbetreuung vertraut zu machen.
• Im Herbst, also am Anfang des Vorschuljahres, besuchen wir die Grundschule zum Vorlesetag. Hier werden verschiedene Bücher und Geschichten vorgestellt, zu denen sich die Klassen der Grundschule und auch die Vorschulkinder freiwillig zuteilen. Die Vorschulkinder lernen nicht nur Klassenzimmer und verschiedene Lehrer kennen, sie kommen auch mit Grundschülern und ehemaligen Kindergartenfreunden ins Gespräch.

• An einem anderen Termin werden die Vorschulkinder von der 2. Klasse zu einer Schulstunde eingeladen. Hier wird eine Schulstunde gemeinsam gestaltet, die Vorschulkinder erfahren einiges über einen Schulstundenaufbau und den Tagesablauf in der Grundschule. Zudem erleben sie an diesem Tag auch eine Pause auf dem Pausenhof.
• Jedes Jahr veranstaltet die Grundschule einen Sponsorenlauf, bei dem Geld für ein Hilfsprojekt gesammelt wird. An diesem Tag sind die Vorschulkinder gern gesehene Gäste auf dem Schulgelände, um diese Aktion mitzuerleben, die Grundschüler anzufeuern und eventuell auch selbst mitzulaufen.
• Zudem verabreden sich die Vorschüler an einem Termin mit der Ganztagesbetreuung, um Einblicke in die dortige Hausaufgabenbetreuung und Freispielzeit zu sammeln.
• Einmal in der Woche findet der sogenannte D240 Kurs statt. Eine dreiviertel Stunde kommt ein Lehrer in unsere Einrichtung und spielt oder übt die deutsche Sprache mit den Vorschulkindern, die diesen Kurs besuchen.
• Einmal jährlich trifft sich eine Fachkraft mit Vertretern der umliegenden Kindergärten und Grundschulen (Collenberg, Faulbach, Altenbuch, Stadtprozelten) zu einem Kooperationstreffen um Neuerungen auszutauschen. Von allen Seiten wird der Übergang der Vorschulkinder vorbereitet und aufeinander abgestimmt.
• Wir setzen uns mit der Grundschule Dorfprozelten und dem Kindergarten Stadtprozelten zu einem „Runden Tisch“ zusammen. An diesem Termin können wir konkreter auf unsere Einrichtungen eingehen, und die Zusammenarbeit mit der Grundschule Dorfprozelten abstimmen. Dies geschieht unter besonderer Berücksichtigung des aktuellen Datenschutzes.
• Vor der Einschulung findet ein Informationselternabend in der Schule statt. An diesem Termin nimmt auch eine Ansprechpartnerin unseres Kindergartens teil.
• Zur Schuleinschreibung der Vorschulkinder findet ein Screening statt, an dem die Schulfähigkeit jedes Kindes von einem Lehrer der Grundschule getestet wird. Wir bereiten die Vorschüler intensiv auf dieses Screening vor.

Um den Übergang zu erleichtern, tauscht sich das zuständige Kindergartenpersonal regelmäßig mit dem Lehrerkollegium aus.

5.10. Abschlussfest

Wenn die schöne, unbeschwerte KiTa – Zeit sich zu Ende neigt, steht im letzten Monat des Kindergartenjahres eine Woche lang der Übergang vom Kindergarten zur Grundschule bei den Vorschülern und ihren Erzieherinnen im Fokus. Die zukünftigen Schulkinder dürfen ihre Schultaschen mit in die Einrichtung bringen und sie bei einer Parade präsentieren. Sie haben nochmals Kontakt zu den Lehrkräften, machen mit ganz viel Stolz besondere, anspruchsvolle Spiele und einen Ausflug.
Die Wünsche und Ideen der Vorschüler spielen bei der Gestaltung der Abschlusswoche und des Abschlussfestes eine tragende Rolle. So gestaltet sich diese Woche jedes Jahr individuell.
Verabschiedet werden die Kinder mit einem freudigen und spannenden Abschlussfest. Es beginnt mit einer Schatzsuche um und durch das Haus und endet mit einem Grillfest, zu dem die Eltern und Geschwister geladen sind.

6. Pädagogik der Vielfalt

6.1. Partizipation / Beschwerdemanagement

Auszug aus dem Bayrischen Bildungs- und Erziehungsplan:
„Partizipation“ bedeutet „Beteiligung“ im Sinne von Mitwirkung, Mitgestaltung und Mitbestimmung. Sie gründet auf Partnerschaft und Dialog. Partizipieren heißt, Planungen und Entscheidungen über alle Angelegenheiten, die das eigene Leben und das der Gemeinschaft betreffen, zu teilen und gemeinsam Lösungen für anstehende Fragen und Probleme zu finden. Kinderbeteiligung umfasst Mit- und Selbstbestimmung.“
Zusätzlich ist Partizipation eine Umsetzung von Grund- und Kinderrechten. Die UN-Kinderrechtskonvention hat 1989 festgelegt, dass Kinder ein Recht auf Mitbestimmung haben (Artikel 12). Das Sozialgesetzbuch in Deutschland gibt den Kindern das Recht auf Beteiligung und Beschwerdeführung SGB VIII (Artikel 8).
Die Beteiligung der Kinder dient der Überzeugung, dass ein gestärktes Selbstbewusstsein und die Erfahrung eigener Mitgestaltungsmöglichkeiten den Kindern helfen, zu aktiven, verantwortungsvollen und sozialkompetenten Mitgliedern unserer Gesellschaft heranzuwachsen.
In diesem demokratischen Prozess lernen die Kinder für sich und ihre Meinung einzutreten, Gesprächsregeln einzuhalten, gemeinsam nach Lösungen zu suchen und auf Kompromisse einzugehen.
Insofern spielt Partizipation auch für die Erweiterung der Sprachkompetenz eine Schlüsselrolle.
Die beiden Aspekte der Beteiligung, Selbstbestimmungs- und Mitbestimmungsrecht, werden bei uns wie folgt in den Alltag integriert:
1.Selbstbestimmung und Individualrechte
Es ist ein Grundrecht, dass wir unsere Persönlichkeit frei entfalten dürfen (siehe Grundgesetz; Artikel 2), sofern wir nicht die Rechte anderer Menschen verletzen. Individualrechte geben einen Rahmen für die Entwicklung von Selbstorganisation und sind somit Selbstbildung. Die Förderung von Selbstbestimmung ist auch ein Beitrag zur Gewaltprävention, da sich die Kinder trauen ihre Meinung, Sorgen und Gefühle zu äußern. Wir ermuntern die Kinder immer wieder dazu sich uns mitzuteilen, indem wir ihnen zuhören oder sie nach ihren Bedürfnissen, Wünschen und Einschätzungen fragen.
Folgende Selbstbestimmungsaspekte sind uns im Kindergarten wichtig:
– Spielen: Was, wo und mit wem?
– Essen und Trinken: Wann? Was? Wie viel?
– Anziehen: Was zu welcher Gelegenheit? (Unter gewissen Bedingungen, können die Kinder z.B. entscheiden, ob es ihnen zu warm für eine Mütze, einen Schal etc. ist)
– Ruhe und Schlafen: Wann? Wie? Wo? (z. B. finden wir in der Krippe individuelle Möglichkeiten der Mittagsruhe und Entspannung, wenn Kinder bei uns nicht mehr schlafen möchten)
– Sprechen: Was sage ich wann und wem? Was mache ich, wenn ich eine Beschwerde habe? (Siehe z.B. Reklamations- und Beschwerdeverfahren)

2. Mitbestimmungsrechte
Während die Selbstbestimmungsrechte auf das Individuum zielen, beziehen sich die Mitbestimmungsrechte auf eine Gruppe. Es sind somit Kollektivrechte und eine Übung in Demokratie. Bei den Kinderversammlungen sowie bei unseren Erzähl- und Morgenkreisen können Wünsche, Anregungen und Meinungen der Kinder eingebracht und hinterfragt werden, welche die gesamte Gruppe betreffen.
Zusätzlich erhöht jede Beteiligung der Kinder die Identifikation mit ihrer Einrichtung, stärkt das Gemeinschaftsgefühl und erleichtert soziale Integrationsprozesse. Die Mitentscheidung ist untrennbar verbunden mit sozialer Verantwortung.
Möglichkeiten der Mitbestimmung in unserer Einrichtung:
– Angebote, Projekte und Planungen dazu z.B. die Kinder können ihre Interessen kundtun und abstimmen
– Feste: Was? Wann? Wie?
– Ausflüge: Wann? Wohin? Was tun wir da? z.B. die Impulse der Kinder werden gehört und diskutiert
– Anschaffungen von Spielmaterial und Möbel z.B. eine Besprechung und Abstimmung über den Neukauf von Turngeräten
– Raumgestaltung und Deko z.B. ein Gespräch über die Umgestaltung des Gruppenraumes
– Essen und Trinken z.B. die Entscheidung bezüglich der Essensauswahl beim hauswirtschaftlichen Angebot
– Tagesstruktur
– Regeln
Die Basis der Partizipation und der jeweilige Rahmen sind eine Verständigung sowie regelmäßige Absprachen im Team. Es ist wichtig zu entscheiden, wie die jeweilige Form der Kinderbeteiligung aussehen kann. Partizipation kann auf verschiedenen Ebenen zum Tragen kommen und sollte angemessen sein. Die Kinder dürfen nicht überfordert werden, andererseits kann man ihnen diesbezüglich etwas zutrauen. Durch Rituale (wie z.B. regelmäßige Besprechungen) und verlässliche Regeln (z.B. Gesprächsregeln) sind Kinder im vertrauten Rahmen des Kindergartens zu kompetenten Entscheidungen fähig.
Reklamations- und Beschwerdeverfahren

 Für die Kinder
Wir verstehen Beschwerden als konstruktive und erwünschte Kritik, die uns Gelegenheit zur Entwicklung und Verbesserung unserer Arbeit in unserer Einrichtung gibt. Darüber hinaus bieten sie ein Lernfeld und eine Chance, das Recht der Kinder auf Beteiligung umzusetzen (siehe Punkt Partizipation und qualitätssichernde Maßnahmen).
Kinder, die sich selbstbewusst für ihre Rechte einsetzen und sich wertgeschätzt fühlen, sind besser vor Gefährdungen geschützt.
In unserer Einrichtung werden die Rechte der Kinder geachtet, indem wir sie an allen sie betreffenden Entscheidungen entsprechend ihres Entwicklungsstandes beteiligen und immer wieder ermutigen, ihre Bedürfnisse und Wünsche zu äußern. Hierzu gehört auch das Recht sich über alles, was sie bedrückt zu beschweren, z.B.
• wenn sie sich ungerecht behandelt fühlen
• in Konfliktsituationen
• über unangemessene Verhaltensweisen der Pädagogen
• über alle Belange die ihren Alltag betreffen (Angebote, Regeln, Essen usw.)
In unserer Einrichtung stehen ihnen verschiedene Möglichkeiten in Form eines Beschwerdeverfahrens zur Verfügung, welches hier näher erläutert wird.
Zunächst wird den Kindern erklärt, wie sie ihre Beschwerden zum Ausdruck bringen können:
• durch konkrete verbale Missfallensäußerungen im direkten Dialog (z.B. in Kinderkonferenzen, im Morgenkreis, im Rahmen von Befragungen, in der Gruppenzeit)
• durch Gefühle, Mimik, Gestik und Laute
• durch Malen von Bildern
• durch ihr Verhalten, wie z.B. Verweigerung, Anpassung, Vermeidung, Regelverletzung, Grenzüberschreitung
• durch Befragungen oder Erkundigungen, wie den Kindern eine konkrete Situation gefallen hat (z.B. bestimmte Aktivitäten oder Konfliktlösungen)
• Bei den allerkleinsten Kindern muss die Erzieherin die Beschwerde sensibel aus dem Verhalten des Kindes erkennen. Achtsamkeit und eine sensible Wahrnehmung der Bedürfnisse des Kindes sind hierfür eine wichtige Voraussetzung.
Dann werden den Kindern die Möglichkeiten aufgezeigt, wo sie sich beschweren können:
• bei den Erzieherinnen in der Gruppe
• bei der Leitung des Kindergartens
• bei ihren Freunden
• bei ihren Eltern
• bei den Großeltern
• beim Hausmeister

Anschließend werden die Beschwerden der Kinder aufgenommen und dokumentiert. Aufgabe der Pädagogen ist es, mit jeder Beschwerde ist es, die Belange ernst zu nehmen, den Beschwerden nachzugehen, diese möglichst abzustellen und Lösungen zu finden, die alle mittragen können.

 Für die Eltern
Wie oben schon erwähnt, bieten Beschwerdeverfahren vielfältige Entwicklungschancen für die Einrichtung und das pädagogische Team.
Für die Eltern und für ihre Kinder sind wir bemüht, stets die bestmögliche Arbeit zu leisten. Daher bitten wir die Eltern unserer Einrichtung bei verschiedenen Anlässen, uns zu sagen, womit sie aktuell nicht einverstanden sind und was wir verbessern sollten. Ihre Beschwerden oder Anliegen verstehen wir als konstruktive und erwünschte Kritik.
Hierzu gibt es auch für die Eltern ein Konzept, welches wie folgt aussieht:
Die Eltern werden über das Beschwerdeverfahren informiert
• beim Aufnahmegespräch
• beim Erstgespräch mit der Gruppenleitung
• durch Hinweise an der Kita- Pinnwand
• bei Elternabenden
• im täglichen Dialog mit den Fachkräften
• über die Elternvertreter
Die Eltern können sich beschweren:
• bei den pädagogischen Fachkräften in der Gruppe
• bei der Leitung
• beim Träger
• beim Elternbeirat
• über das Beschwerdeformular/ Reklamationsbogen
• bei Elternabenden und sonstigen Kindergartenveranstaltungen
• bei anonymisierten Elternbefragungen

Die Beschwerde/ das Anliegen wird bearbeitet:
Das Kindergartenteam setzt sich mit ihrer Reklamation und ihren Anliegen auseinander. Die Vorschläge und Empfehlungen werden dokumentiert, im Team geprüft und besprochen. Anschließend wird Ihr Anliegen bearbeitet und eine Verbesserung der Situation angestrebt. Zu guter Letzt fragen wir bei allen Beteiligten nach, ob die Beschwerde oder das Anliegen zufriedenstellend geklärt werden konnte.

Die Mitarbeiter unserer Einrichtung verstehen unter einer gut funktionierenden Beschwerdekultur, dass wir
• wertschätzend und respektvoll miteinander umgehen
• die Verantwortung als Vorbilder in unserer Einrichtung tragen
• nicht unfehlbar sind
• eine reklamationsfreundliche Haltung zeigen
• Beschwerden sachlich nehmen, sorgsam und respektvoll damit umgehen
• eine offene Kommunikation führen
• gemeinsam nach guten Lösungen suchen

6.2. Inklusion

„Es ist normal, verschieden zu sein.“
(Richard von Weizsäcker)
Unter Inklusion im Kindergarten verstehen wir das Zusammenleben unterschiedlichster Kinder. Dies bedeutet für uns, jedes einzelne Kind in seiner Lebenssituation, mit seinen eigenen Voraussetzungen und seinen individuellen Fähigkeiten wichtig und ernst zu nehmen.
Kinder lernen im Kindergarten voneinander und miteinander. Dieses Lernen bewirkt eine Stärkung der Kinder in der gesamten Entwicklung. Durch die gemeinsame Betreuung von Kindern mit und ohne Beeinträchtigung eröffnet sich eine neue Möglichkeit, den Kindern schon im jungen Alter zu zeigen, dass es normal ist, dass jeder Mensch anders ist.
In dem von Anfang an keine Separation von Menschen stattfindet, wachsen Kinder mit dem Wissen auf, dass jedes Individuum auf seine eigene Art dazu gehört, und kein Kind sich der Gruppe genau anpassen muss. Die Kinder wachsen gemeinsam auf und empfinden ihre Vielfältigkeit, ihre eigenen Stärken und Schwächen als selbstverständlich. Kinder mit Beeinträchtigung erfahren so, dass sie immer dazugehören werden und fühlen sich sowohl angenommen als auch akzeptiert.

Jedes Kind hat aufgrund seiner Einzigartigkeit einen besonderen Förderbedarf. Dafür schaffen wir in unserer Kita gerechte Rahmenbedingungen. Wir bieten den Kindern und deren Eltern ihrer Situation entsprechend angemessene Unterstützung.
Eine zusätzliche Integrationskraft unterstützt und begleitet durch Methodik und Wissen die pädagogischen Fachkräfte im Alltag und bei der Beobachtung und Dokumentation der Lern- und Entwicklungsprozesse. Ebenso arbeiten wir eng mit verschiedenen Institutionen zusammen. (Frühförderstellen, Schulvorbereitende Einrichtungen=SVE, Sprachkindergärten, Logopäden)
Wir betrachten die sozialpädagogische Förderung der Kinder mit besonderem Bedarf nicht als isolierte Handlung durch die Integrationsfachkraft, sondern sehen es als Aufgabe aller pädagogischen Fachkräfte alle Kinder teilhaben zu lassen.
Uns ist es dabei ein Anliegen:
– Kindern mit Sprachauffälligkeiten
– Kindern mit körperlicher, geistiger und seelischer Behinderung
– Kindern mit Entwicklungsverzögerungen
eine faire, gleiche und gemeinsame Lern- und Entwicklungschance zu bieten. Um dies zu erreichen, gehen wir auf die individuellen Unterschiede der Kinder ein und bieten ein differenziertes Bildungsangebot sowie eine individuelle Lernbegleitung auch bei gemein-samen Lernaktivitäten an.

6.3. Leben im interkulturellen Kontext

Impuls zur Mehrsprachigkeit:
Papa, sieh die Wiege dort!
Mein Junge, „Waage“ heißt das Wort!
Papa, darf ich mich mal waagen?
Mein Junge, “wiegen“ musst du sagen!
Papa, jetzt hab ich mich gewiegt!
Mein Junge, man „gewogen“ spricht!
Papa, schau – dort steht noch ne Woge!

1. Auszug aus dem Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan:

„Interkulturelle Erziehung hat eine individuelle und eine gesellschaftliche Dimension. Im Zuge von wachsender internationaler Mobilität und zunehmend mehrsprachigen und multikulturellen Gesellschaften ist interkulturelle Kompetenz in zweifacher Hinsicht ein wichtiges Bildungsziel. Sie eröffnet individuelle Lebens- und Berufschancen. Sie ist eine grundlegende Kompetenz für das konstruktive und friedliche Miteinander von Individuen, Gruppen und Regionen mit unterschiedlichen kulturellen und sprachlichen Traditionen.“

2. Ziele der Zwei – und Mehrsprachigkeit

– Neugier und Freude an anderen Sprachen entwickeln und Mehrsprachigkeit als Bereicherung verstehen
– Eine Willkommenskultur für ausländische Mitbürger in der Einrichtung verankern und gemeinsam gestalten
– Eine enge Zusammenarbeit mit den Migranteneltern, Helfervereinen im Ort und der Frühförderstelle
– Den Zweitspracherwerb einbetten in Beziehung, Interaktion und Interesse an der anderen Kultur
– Erarbeiten einer interkulturellen Kompetenz / das Ziel von interkulturellem Lernen

3. Praktische Umsetzung in unserer Einrichtung:

– Die Familien erfahren eine Willkommenskultur in der Einrichtung
(beispielsweise durch ein Willkommensschild in verschiedenen Sprachen, Weihnachts- und Neujahrswünsche in allen Sprachen der Einrichtung).
– Die Erzieherinnen sind geschult im Hinblick auf Zweitspracherwerb und versuchen die Kinder z.B. über musikalische Angebote (die nicht ausschließlich an die Sprache gebunden sind) von Anfang an in den Kreis zu integrieren und Spaß am Tun zu vermitteln.
– Die Gruppen gestalten Aushänge mit Bildern oder über unsere Digitalen Bilderrahmen, um den Eltern unseren Tagesablauf mit vielen Bildern und wenig Text darzustellen.
– Das Team praktiziert eine enge Zusammenarbeit mit dem Helferverein im Ort, wodurch es uns besser gelingt, die Familien und deren Herkunft sowie einzelne Problematiken zu verstehen.
– Wir bemühen uns zu den Elterngesprächen Dolmetscher zu engagieren, damit sowohl unsere Anliegen als auch die der Familien richtig verstanden und weitergegeben werden.
– Die Eltern verbringen während der Eingewöhnung einige Zeit mit ihrem Kind in der Gruppe (Art und Dauer werden individuell an die Kinder und ihr Tempo angepasst). Dadurch wird dem Kind der Einstieg erleichtert und die Eltern erhalten praktische Eindrücke von der Einrichtung und unserem Kindergartenalltag.
– Elternbriefe oder Informationen werden übersetzt und den Eltern individuell erklärt.
– Bei Bedarf und in Absprache mit dem Elternhaus kann der Bezugserzieher mit Hilfe des Helfervereins auch einen Hausbesuch machen, um die familiären Verhältnisse besser zu verstehen und die Familie unterstützen zu können.
– Weiterhin besteht eine enge Zusammenarbeit mit der Frühförderstelle, die uns in der Förderung der Kinder mit Entwicklungsverzögerungen unterstützt und berät.

Die Zukunft ist mehrsprachig! Unsere Arbeit basiert auf dem Prinzip der Echtheit, der gegenseitigen Wertschätzung und einfühlendem Verstehen.

7. Kompetenzstärkung der Kinder im Rahmen der Bildungs- und
Erziehungsbereiche

7.1. Projektarbeit

Auszug aus dem Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan:
Projekte – Kombination von bereichsübergreifenden Bildungsprozessen und ganzheitlicher Kompetenzentwicklung.
Da Projekte relativ lange dauern und ganz unterschiedliche Methoden zum Einsatz kommen, bieten sie einen idealen Rahmen dafür, alle Basiskompetenzen zugleich in den Blick zu nehmen und ihre Entwicklung durch bereichsübergreifende Bildungsprozesse zu unterstützen. Der fortwährende Wechsel von Methoden wie z. B. Diskussion, Besichtigung, Experiment, Rollenspiel, Malen und Zeichnen im Projektverlauf führt zu einem immer tieferen Eindringen in das Thema und dessen Struktur. Je nach verwendeten Methoden lernen Kinder andere Aspekte bzw. Bezüge zum Thema kennen. Beobachten, Erforschen, Experimentieren, Erfahren, Austausch, gemeinsame Reflexion, Bewegung, Gesang und bildnerischer Ausdruck bauen aufeinander auf und treiben den Wissens- und Kompetenzerwerb voran. Lernen in Projekten ist exemplarisches Lernen. Kinder erwerben Wissen und Kompetenzen, die sie auf andere Situationen im Alltag immer wieder übertragen können.
Projekte entstehen im Kindergartenalltag. Im Vorfeld kann nicht genau gesagt werden, wie lange und intensiv ein Projekt bearbeitet wird. Jedoch baut sich ein Projekt immer gleich auf.
Zunächst geht es um die Themenfindung.
Der Anstoß, sich mit neuen Themen zu befassen, kann von den Kindern wie auch von den pädagogischen Fachkräften kommen. Wichtig ist, dass Vorschläge im Austausch konkretisiert werden: Wer immer ein Thema vorgeschlagen hat, es wird erst dann zu einem gemeinsamen Thema, wenn es die Sichtweisen der Kinder aufgreift und daran anknüpft – diese sind Bezugspunkt für jedes Thema.
Anschließend werden die Lernziele festgesetzt.
Bei neuen Themen sind die Lernangebote sorgfältig zu planen: Welche Ziele werden angestrebt? Welche Inhalte sind hierfür bedeutsam? Beide Fragen sind gleichzeitig zu klären, da sie sich aufeinander beziehen. Damit die Kinder im Projektverlauf etwas Neues lernen und verstehen können, sind ausgewählte Themen einzugrenzen: Worauf ist die Aufmerksamkeit der Kinder zu lenken? Welche Verstehensprozesse werden dadurch angestoßen?
Zur besseren Strukturierung dient ein Orientierungsplan.
Anknüpfungspunkte für die Themenauswahl sind die Bildungs- und Erziehungsbereiche. Bei ihrer Umsetzung ist stets mit zu überlegen, inwieweit auch lernmethodische Kompetenzen gestärkt werden können. Es lässt sich nahezu jedes Thema mit Kindern bearbeiten, wenn es an ihren Perspektiven ansetzt.
Danach schließt sich die Erarbeitung des Themas durch praktische Einheiten an.
Dies heißt, bezogen auf das Projektthema werden in Bezug auf alle Bildungsbereiche kleinere Lerneinheiten durchgeführt. Beispielsweise wird mit allen Sinnen das Thema bearbeitet, gekocht, gefühlt, erlebt, sich kreativ mit dem Thema befasst und auseinandergesetzt. Mit Experimenten werden von den Kindern aufgestellte Thesen überprüft.
Der Letzte Schritt in einem Projekt ist die Reflexion.
Die Reflexionsphase ist die für den Erwerb lernmethodischer Kompetenzen entscheidende Phase. Der Inhalt, die Struktur und der gesamte Lernprozess werden mit den Kindern betrachtet und reflektiert, damit ihnen bewusst werden kann, was sie tun, was und auf welche Weise sie dabei etwas gelernt haben.

7.2. Bildungs- und Erziehungsziele

7.2.1. Jedes Kind ist einmalig

Auszug aus dem Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan:
Ethische und religiöse Bildung und Erziehung bieten dem Kind ein Fundament, auf dem es seine spezifische Sicht der Welt und des Menschen entfalten kann und das ihm dabei hilft, Antworten auf die Fragen nach Sinn und Deutung auch vor dem Hintergrund vorfindlicher religiöser und weltanschaulicher Traditionen zu finden.
Wir unterstützen es darin, sich selbst positiv, fähig und wichtig zu erleben. Es lernt die eigenen Gefühle zu erfassen, Konflikte zu lösen und sozial fähig zu werden.
Werthaltungen:
Durch das grundlegende Bedürfnis des Kindes nach sozialer Zugehörigkeit übernimmt es die Werte der Bezugsgruppe und macht diese Werte zu seinen eigenen. Die pädagogischen Fachkräfte leben den Kindern christliche und andere verfassungskonforme Werte vor und setzen sich mit ihnen darüber auseinander, welche Bedeutung diese Werte für das eigene Verhalten haben.
Christliche Werte kennen lernen und religiöses Brauchtum erfahren:
Religion kommt im Alltag häufiger vor, als wir auf den ersten Blick wahrnehmen. Auf dem Weg in den Kindergarten kommen Kinder an Kirchen vorbei. Sie lernen Religion über den Festkreis von Ostern und Weihnachten kennen. Unsere Kultur birgt viele Spuren des Christentums, z. B. in unserer Festkultur, in der Sprache und in der Kunst. Den Kindern hierfür die Augen zu öffnen, machen wir zu unserer Aufgabe.

Kinder stellen schon früh die Frage nach dem Tod, wenn etwa ein Haustier stirbt oder sogar ein Familienangehöriger, hier werden bereits mit Kindern philosophische Gespräche über eben diese Sinnesfragen geführt.
Wir tauschen uns miteinander über offene Fragen konstruktiv aus und beziehen die Antworten auf das eigene Leben.
Es ist unser Ziel, jeden Menschen als etwas Einzigartiges und Besonderes wahrzunehmen und ihm Achtung und Toleranz entgegenzubringen. Deshalb sind bei uns Kinder aller Religionen und Glaubensrichtungen willkommen.
„Ein hohes Selbstwertgefühl ist die Voraussetzung für die Entwicklung von Selbstvertrauen; es entsteht, indem sich das Kind in seinem ganzen Wesen angenommen und geliebt fühlt.“

Für unsere Einrichtung heißt das:
• Jedes Kind wird so angenommen, wie es ist. In unserer Kindertageseinrichtung werden Kinder aller Religionen und ethnischen Glaubensrichtungen aufgenommen und alle erfahren die gleiche Bildung und Erziehung.

• Den Kindern Offenheit und Toleranz gegenüber allen Glaubensrichtungen zu vermitteln, ist ein wichtiger Aspekt im Kindergartenalltag. Alle Religionen haben den Glauben, dass etwas Größeres existiert als wir.

• Wir bringen uns in die Dorfgemeinschaft ein, das heißt, wir wirken bei Seniorennachmittagen mit und gestalten Gottesdienste in der Gemeinde. Hier spüren Kinder eine Verbindung zur Gemeinschaft.

• Durch alltägliche Rituale stärken wir die Sicherheit und die Bindung der Kinder, dies zeigt sich beim Tischgebet, das Dankbarkeit und Achtsamkeit in den Kindern wachsen lässt. Kinder können beim Beten eine tiefe Geborgenheit erleben, dass sie ein Gegenüber haben, dass Gott für sie da ist.

• Durch biblische Geschichten, die im Jahreskreis mit den Kindern erarbeitet werden, können Kinder Glaubenssätze vermittelt werden. Kindgerechte Darstellungen, z. B. mit dem Kamishibai erzählte Geschichten, bleiben den Kindern im Gedächtnis und sie können diese vertiefen, in dem sie dazu malen, sie nachspielen oder nacherzählen.

• Wir üben uns darin, die eigenen Gefühle und die der anderen zu
erkennen und zu berücksichtigen und nehmen christliche Werte im Alltag für ein gutes Miteinander im Alltag auf.

7.2.2. Fragend und staunend die Welt erforschen

Auszug aus dem Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan:
„Lange vor Schuleintritt verfügen Kinder über differenzierte Denkstrukturen, die es ihnen ermöglichen, naturwissenschaftliche Zusammenhänge zu verstehen. Sie haben Zugang zu Fragestellungen aus der Physik, Chemie oder Biologie und sind in der Lage, grundlegende Wenn-Dann-Beziehungen herzustellen. Ihr Verständnis für naturwissenschaftliche aber auch technische Fragen, scheint daher weitaus größer zu sein als bislang angenommen.“

Das Spiel der Kinder ist kein bloßer Zeitvertreib. Die Kinder sind auf einer Entdeckungsreise durch die Welt. Sie erproben ihre eigenen Kräfte, sie tasten sich in die Welt des Fragens, Staunens und Erforschens ein. Die naturwissenschaftlichen Zusammenhänge werden in Form von attraktiven, interessanten und informativen Angeboten und Projekten veranschaulicht und erläutert. Hierbei wird beachtet, dass die Kinder einen lebensweltlichen Bezug zu den Beispielen haben, dadurch verstehen und verknüpfen sie es miteinander. Durch eigenes Experimentieren wird den Kindern die naturwissenschaftliche Bildung nähergebracht.

Für unsere Einrichtung bedeutet dies:
• Die Themen in der Einrichtung orientieren sich am Jahreskreislauf.

• Die Kinder lernen Eigenschaften verschiedener Stoffe kennen, z. B. Dichte und Aggregatszustand. Dies sehen und experimentieren die Kinder selbst, in dem sie im Winter einen Schneeball mitbringen und diesen schmelzen lassen.

• An den Wandertagen erfahren die Kinder Wissenswertes über ihre nähere Umgebung.

• Zusammen erforschen wir die Lebensräume der Tiere und der Pflanzen. Wir schauen uns die Insekten, Kleintiere und Pflanzen unter einer Lupe an. Wir erforschen den Lebensraum, in dem wir uns folgende Fragen stellen „Warum leben sie hier? Wie leben sie? Wovon ernähren sie sich? Wie entwickeln sie sich?“

• Durch Experten oder Lexika bekommen Kinder ein interessantes Hintergrundwissen und stellen neue Fragen, die das Erforschen ihrer Umwelt interessanter machen

• Die Kinder lernen sich in Zeit und Raum zu orientieren, in dem sie sich das Wissen über die Uhr, den Kalender oder die Himmelsrichtungen aneignen.

• Wir machen Experimente, da diese sehr informativ und interessant sind. Die Kinder finden Freude daran und wollen so mehr über ihre Umwelt erfahren.

• Experimente mit den Elementen Erde, Feuer, Luft und Wasser bringen den Kindern neue wissenschaftliche Erkenntnisse.

• Durch Experimente, Projekte, Wandern, Bücher und vieles mehr, wollen die Kinder immer mehr über ihre Umwelt wissen und erforschen. Sie beteiligen sich und wirken bei jeder Entdeckung mit. Sie stellen immer neue Fragen und teilen ihr Interesse mit den anderen Kindern.
7.2.3. Musik und Tanz
Auszug aus dem Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan :
„Das Kind erfährt Musik als Quelle von Freude und Entspannung sowie als Anregung zur Kreativität in einer Reihe von Tätigkeiten, wie beispielsweise Singen, Musizieren und Musikhören, aber auch Erzählen, Bewegen, Tanzen und Malen. Mit Neugier und mit Experimentierfreude setzt es sich mit den unterschiedlichen musikalischen Facetten wie Tönen, Tempo oder Rhythmus auseinander. Es erlebt Musik als festen Teil seiner Erlebniswelt und als Möglichkeit, seine Gefühle auszudrücken.“

Für unsere Einrichtung bedeutet dies:

Aufgrund des hohen Stellenwertes der frühen musikalischen Bildung und Erziehung machen wir in der Kita Kunterbunt die Musik täglich und vielseitig erlebbar.
• In unserem gemeinsamen Kreis singen und tanzen wir.
o Der Tag beginnt mit Begrüßungsliedern im Morgenkreis. Dieses tägliche Ritual gibt den Kindern Sicherheit und Freude.
o Wir singen mit den Kindern viele Lieder zu den Festen im Jahreslauf. So begleitet uns Musik und Gesang durch das ganze Kindergartenjahr.
o Auch traditionelle und neue Kreisspiele dürfen bei unseren Treffen nicht fehlen. Kreisspiele stärken den Kontakt und die Teamfähigkeit. Wir üben aufeinander zu hören, aufeinander zu reagieren und Regeln einzuhalten. Auch die Fähigkeit einmal zurückzustehen, um dann auch selbst mal wieder die Hauptrolle zu spielen, lässt sich beim gemeinsamen Kreisspiel sehr gut üben.
• Bewegung und Tanz geben ein gutes Körpergefühl. Bei unseren vielen Tänzen im Morgenkreis sowie im Turnraum oder in der Freispielzeit steht der Spaß an erster Stelle, doch geübt wird dabei auch das Wahrnehmen, Differenzieren, Koordinieren und Syncronisieren der Bewegungen.
• Viele Lieder werden mit Instrumenten begleitet. Das Angebot an Instrumenten in unserem Kindergarten ist vielfältig.
o Einige Erzieherinnen unserer Kita begleiten die Kinder auf ihrer Gitarre.
o Angeleitet bei Beschäftigungen aber auch im Freispiel begleiten die Kinder Gesang und Tanz mit Orffinstrumenten wie Klangstäben, Glöckchen, Holzblocktrommeln, Schellenkranz und Triangel in verschiedenen Größen.
o Die Kinder bauen und basteln auch selbst Instrumente aus allerlei Materialien wie Pappröhren, Joghurtbechern, Ballons und vielem mehr. Das Kindergartenpersonal motiviert, inspiriert und unterstützt die Kinder dabei.
• Zu verschiedenen Anlässen wie zum Beispiel Weihnachten, Fasching oder Frühling kommen externe Musiker zum Projekt, um den musikalischen Horizont der Kinder zu erweitern. In solchen Projekten werden den Kids auch neue Instrumente vorgestellt wie das Horn, eine Trompete oder ein Akkordeon. Ein besonderes Highlight ist für die Kinder der Besuch der Kirche bei dem sie ganz nah an die große Kirchenorgel dürfen.
• Die Musik gibt uns auch die Möglichkeit zur interkulturellen Erziehung. Wir singen mit den Kindern auch Lieder in Fremdsprachen wie Englisch und Französisch oder auch Lieder aus Afrika. Besonders eindrucksvoll ist dies, wenn Eltern einen anderen kulturellen Hintergrund haben, und uns Lieder in verschiedenen Sprachen vorstellen.
• Ausgesprochen wichtig ist für die Kinder auch das Hören von Musik. Entweder lauscht die ganze Gruppe in ruhigen Situationen, z.B. bei Beschäftigungen oder beim Essen, oder kleine Gruppen von Kindern ziehen sich mit einem tragbaren CD-Spieler in ruhige Bereiche wie unseren Nebenraum, den Hausgang oder die Kuschelecke zurück. Dabei hören sie nicht nur Kinderlieder oder die aktuelle Lieblingsmusik, sondern auch sehr gerne klassische Musik wie das Ballett „Schwanensee“, die Oper „Die Zauberflöte“ oder auch den Kinderklassiker „Peter und der Wolf“.
• Auch draußen im Hof, im Garten oder bei Spaziergängen im Wald oder am nahegelegenen Main lauschen die Kinder der Musik der Natur und begleiten oder erzeugen diese mit Ästen, Steinen und dem eigenen Körper.

Somit trägt die Vielfalt der Musik in unserem Kindergartenalltag maßgeblich zum Wohlbefinden, zur Steigerung der Fantasie und Kreativität, zum sozialen und interkulturellen Miteinander, zur Förderung der Sprachkompetenz, dem Körperbewusstsein und der motorischen Kompetenzen bei.

7.2.4. Bewegung und Sport

Auszug aus dem Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan :
„Bewegung zählt zu den grundlegenden Betätigungs- und Ausdrucksformen von Kindern. Kinder haben einen natürlichen Drang und eine Freude daran, sich zu bewegen. Für sie ist Bewegung ein wichtiges Mittel, Wissen über ihre Umwelt zu erwerben, ihre Umwelt zu „begreifen“, auf ihre Umwelt einzuwirken, Kenntnisse über sich selbst und ihren Körper zu erwerben, ihre Fähigkeiten kennen zu lernen und mit anderen Personen zu kommunizieren.“
Bewegung ist für die Gesundheit und das Wohlbefinden des Kindes unerlässlich. Ausreichende Bewegung ist daher dringend nötig. Diese stärkt das positive Körperbewusstsein und trägt entscheidend zu ihrer Gesundheit und Leistungsfähigkeit bei. Angesichts der veränderten Lebensbedingungen unter denen die Kinder heute aufwachsen, sollte Bewegung so oft wie möglich im Freien stattfinden. Vor allem in der freien Natur können Kinder ihren natürlichen Bewegungsdrang ungehindert ausleben.
Bewegungserfahrungen sind für die Gesamtentwicklung des Kindes entscheidend. Im frühen Kindesalter sind sie nicht nur für die Gesundheit und die Bewegungsentwicklung entscheidend, sondern auch für die Entwicklung der Wahrnehmung sowie für die kognitive und soziale Entwicklung. Durch Bewegung lernen Kinder eine Menge über ihre Umwelt, über sich selbst, über andere; sie steigern ihre Unabhängigkeit, gewinnen Selbstvertrauen und lernen mit anderen zu kommunizieren. Sie können zudem erkennen, dass soziale Regeln notwendig sowie Kooperation, gegenseitige Rücksichtnahme und Hilfe für alle von Vorteil sind.
Das Vertrauen in die eigene Person und das Selbstbild werden wesentlich geprägt von der Körpererfahrung in den ersten Jahren. Das Gefühl etwas bewirken zu können, wurzelt in der Erfahrung körperlicher Geschicklichkeit und Sicherheit. Dieses Kompetenzgefühl ist grundlegend für den Aufbau von Selbstvertrauen bei Leistungsanforderungen.

Im Flur, im Hof, im Garten, bei Spaziergängen und Wanderungen oder im Turnraum können Bewegungserfahrungen gesammelt und elementare Bewegungsabläufe geübt werden.

• Wöchentliche Turnstunden trainieren gezielt einzelne Körperbereiche und beugen Haltungsschäden vor.

Eine Turnstunde
o kann eine Bewegungsbaustelle sein, bei der die Kinder nach ihren Möglichkeiten und Wünschen an zuvor aufgebauten Turngeräten üben können. Dies ist ein offenes Bewegungsangebot und ist so gestaltet, dass es die Neugier der Kinder weckt. Sie erhalten die Möglichkeit und die Zeit eigene Bewegungsideen zu entwickeln und zu erproben.
o kann bedeuten, mit nur einem Turngerät wie Ball, Reifen, Seil, Band, Kegel und vielem mehr gemeinsam die verschiedensten Übungen zu machen. Für Kinder ab 3 ist es wichtig, regelmäßig auch inhaltlich und zeitlich geplante Turnstunden durchzuführen. Das pädagogische Personal plant die Turnstunde durch Gerätevorgabe und inhaltliche Schwerpunkte. Natürlich kommt auch hier der Freiraum für eigene Bewegungsvorschläge und Experimente mit dem vorgegebenen Turngerät nicht zu kurz.
o kann auch mit untypischen Turnmaterialien wie Zeitungen, Schuhkartons, Tüchern oder Kuscheltieren gestalten werden.
o kann die verschiedensten Bewegungsspiele beinhalten wie Fangen, Feuer/Wasser/Sturm, Ochs am Berg, Ich bin groß – du bist klein, 1 2 3 im Sauseschritt, um nur einige Beispiele zu nennen.
o kann auch eine geturnte Geschichte sein. Dabei nimmt das pädagogische Personal die Kinder mit auf eine Fantasiereise voller Abenteuer, bei der die Kids auf hohe Berge steigen (z.B. eingehängte Langbank), über tiefe Gräben springen (Matten) oder auch gemeinsam einen Drachen besiegen (Bälle in ein Ziel werfen).

• Wanderungen und Spaziergänge trainieren die Ausdauer, tragen zur Gesunderhaltung bei und machen die Kinder widerstandsfähig.
o Bei Wanderungen in den Wald haben die Kinder vielseitige Möglichkeiten spezielle Bewegungsabläufe zu üben, wie zum Beispiel das Laufen über unebenes Gelände bergauf und bergab oder das Klettern an einer Böschung.
o Die Mainwiesen bieten die Möglichkeit auf längeren Strecken ausgelassen zu rennen.

• Ausflüge zu den Spielplätzen der Gemeinde bieten neue Bewegungs- und Turnmöglichkeiten.

• Wir spielen mit den Kindern täglich in Hof oder Garten, wenn es das Wetter zulässt.
o Der Hof ist mit pädagogisch- wertvollen Spielgeräten (Kletterkombination, Schaukel) und einem großen Sandkasten für die jüngeren Kinder ausgestattet. Sowohl der Naturrasen-, als auch der Pflastersteinbereich laden die jüngsten Kinder dazu ein, verschiedene Bewegungsabläufe zu erproben und zu erlernen.
o Unser Spielgarten bietet neben dem Sandkasten und der großen Rasenfläche außerdem eine große Spielkombination mit Kletter-, Balancier- und Turnmöglichkeiten für ältere Kinder. Die auf einem kleinen Hügel angebrachte Rutsche sowie die beiden Schaukeln lassen die 3- 6-Jährigen Bewegungserfahrungen sammeln. Ein zwischen zwei Bäumen angebrachtes Balanciertau schult den Gleichgewichtssinn der Kinder. Im Kletterkubus können sie ihre Geschicklichkeit trainieren.

Ansprechendes Spiel- und Turnmaterial (z.B. Bälle, Fahrzeuge, Hüpftiere ect.) ergänzen auf beiden Außenspielplätzen das Turn- und Bewegungsangebot.
In den ansprechend gestalteten Bewegungsräumen unserer Einrichtung können die Kinder rennen, klettern, krabbeln, balancieren, schaukeln, hüpfen, turnen, graben, werfen, fangen, kicken, ziehen, schieben, und vieles mehr.

7.2.4.1. Entspannung

Auszug aus dem Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan :
Kinder früh an effiziente Strategien der Stressbewältigung heranzuführen ist heute ein wichtiges Bildungsziel. Wenn sie lernen, mit Stress positiv und kompetent umzugehen, so hilft ihnen das im Umgang mit jeder neuen Veränderung und Belastung. Von dieser Fähigkeit kann ein Kind sein Leben lang profitieren – Stress gehört zum Lebensalltag.
Kinder jeden Alters reagieren auf Überforderung, Reizüberflutung und familiäre Probleme genauso wie Erwachsene – mit Stress. Bereits bei Kleinkindern wirkt er sich auf die Gesundheit negativ aus. Jedes Kind reagiert anders auf Stress, Stressempfinden ist subjektiv. Ein und dasselbe Ereignis kann bei dem einen Neugier, Interesse und Herausforderung, beim anderen Skepsis, Angst und Überforderung hervorrufen. Stressresistenz ist eine Kompetenz, die Kinder erst erwerben.
Wir möchten den Kindern in unserer Einrichtung Möglichkeiten zur Stressbewältigung in Form von verschiedenen Entspannungsprojekten anbieten.
• Diese Projekte enthalten Elemente aus vielen verschiedenen Entspannungstechniken wie:
o Yoga-Übungen für Kinder
o Fantasiereisen
o Autogenes Training
o Kinesiologische Übungen
o Progressive Muskelentspannung (PMR)
o Atemtechniken
Yoga für Kinder
Yoga ist eine jahrtausendalte Entspannungstechnik, die auf die Vereinigung von Körper, Geist und Seele abzielt. Die Wurzeln des Yogas liegen in Indien. Viele Menschen spüren durch regelmäßiges Ausführen von Yoga-Übungen, Asanas genannt, eine Verbesserung des allgemeinen Wohlbefindens.
Im Gegensatz zum Erwachsenenyoga, bei dem es in der Regel um eine erklärte Anleitung der Übungen geht, stehen bei Kindern fantasievoll-kreative Yoga-Figuren und der spielerische Umgang mit den Übungen im Vordergrund. Die Asanas orientieren sich an der Erfahrungs- und Lebenswelt der Kinder. Die Freude an der Bewegung und das Gefühl der Kinder sich dabei zu entspannen stehen hierbei im Vordergrund.
Autogenes Training und Fantasiereisen
Autogenes Training möchte mithilfe bestimmter Formeln die Aufmerksamkeit weg von Alltagsgedanken hin zu den eigenen Körperempfindungen lenken. Autogen bedeutet, dass die Entspannung aus der Person selbst heraus entsteht.
Bei den verschiedenen Formeln stehen beispielsweise die Wärme- oder Schwereempfindung im Vordergrund z.B „Mein rechtes Bein ist ganz schwer“
Kinder können auf eine spielerische Art in die Entspannung geführt werden. Besonders geeignet sind dazu Fantasiereisen, in die die Formeln kindgerecht eingebaut werden. Sie erleichtern es den Kindern, sich auf die Entspannungstechnik einzulassen. Für Kinder ist es einfacher nachzuempfinden, was zum Beispiel ein Tier in einer Geschichte erlebt, als standardisierte Formeln umzusetzen. Sie verstehen, dass der Bär sehr müde ist und langsam und ruhig atmet, oder dass der Hund schwere Beine hat, weil er einen weiten Weg gelaufen ist. Die Perspektive von außen ermöglicht es ihnen, selbst angstfrei und ohne Anstrengung Wärme, Schwere und weitere Empfindungen zu spüren.
Brain Gym (Kinesiologische Übungen)
Gehirngymnastik – genannt Brain Gym ist der Name für eine Reihe einfacher Bewegungsübungen, um leichter und besser lernen zu können. In den späten siebziger Jahren entwickelte der amerikanische Pädagoge Dr. Paul Dennisen die Edu-Kinestetik (=Erziehung durch Bewegung). Die Übungen nannte er Gehirnturnen oder Lerngymnastik. Das Ziel der verschiedenen Brain-Gym Übungen bei uns im Kindergarten ist:
o die Kinder in ihrer Gesamtpersönlichkeit zu fördern,
o ihnen zu helfen, die eigenen Fähigkeiten zu entwickeln,
o ruhig und konzentriert zu sein,
o in Einklang mit sich und anderen zu leben.
Energieübungen schalten Augen und Gehirn an und beleben den Organismus. Dadurch ist die Aufmerksamkeit erhöht und Informationen werden leichter aufgenommen und verarbeitet.
Durch Mittellinienbewegungen wird eine Verknüpfung zwischen Logik- und Gestalthirn hergestellt. Beide Gehirnhälften werden eingeschaltet, die Konzentrationsfähigkeit erhöht und somit leichteres Lernen ermöglicht.
Übungen zur positiven Einstellung sprechen vor allem die emotionalen Komponenten des Lernens an. Ein gesundes Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten, eine positive Einstellung zum Lernen sowie Gelassenheit auch in schwierigen Lebenssituationen sind von großer Bedeutung. Mit Hilfe kinesiologischer Techniken können all diese Faktoren zum Positiven hin verändert werden.
In unserer Einrichtung gehören diese Übungen zum festen Bestandteil unserer Wochenplanung.
Progressive Muskelentspannung
Die Progressive Muskelrelaxation (PMR) ist eine Entspannungsmethode, deren Grundlagen auf den schwedischen Arzt Edmund Jacobson zurückgehen. Jacobson hat in verschiedenen Studien einen Zusammenhang zwischen psychischer Anspannung und der Anspannung der Muskulatur festgestellt. Wer psychisch angespannt ist, hat auch häufig einen erhöhten Muskeltonus (= Spannungszustand der Muskeln). Umgekehrt kann die Entspannung der Muskulatur auch zu einer Entspannung der Psyche führen.
PMR ist für Kinder ab dem Kindergartenalter geeignet. In Körperwahrnehmungsspielen können sie lernen zwischen Muskelanspannung und -entspannung zu unterscheiden. Besonders gut eignet sich eine „Reise durch den Körper“ – eine Körperwanderung, in der die Kinder lernen, sich auf die einzelnen Muskelgruppen zu konzentrieren.
Atemtechniken
Atmen ist Leben. Denn wie wir alle wissen, kann ein Mensch ohne Atemluft nur wenige Minuten auskommen. Doch obwohl ein gesunder Mensch von Geburt an eigenständig atmen kann, ist es in unserem schnelllebigen und oft stressigen Alltag gar nicht so einfach „richtig“ zu atmen. Häufig atmen wir flach, unvollständig und verkrampft – und dies führt zu körperlichen Verspannungen.
Es ist sinnvoll bereits Kinder mit spielerischen Übungen für die Bedeutung des „richtigen“ Atmens zu sensibilisieren. So eignen sich systematische Atemübungen schon für das Kindergartenalter. Sie ermöglichen es Kindern schon früh zu lernen, tief, lange und regelmäßig anstatt flach, kurz und unregelmäßig zu atmen.
Zu all diesen Entspannungsthemen bilden wir uns kontinuierlich weiter, um neue Erkenntnisse in unsere Arbeit einfließen zu lassen.
Was sonst noch zu sagen wäre:
• Diese Angebote richten sich an alle Kindergartenkinder – diese entscheiden selbst, ob sie mitmachen möchten oder nicht.
• Die Projekte werden im Freien, im Turnraum oder anderen geeigneten Räumlichkeiten angeboten.
• Sie finden einmal in der Woche oder bei Bedarf statt.
• Die Projekte werden in Kleingruppen abgehalten.
• Interessierte Eltern können gerne an diesen Projekten teilnehmen.

Kurze Entspannungseinheiten werden auch in den Kindergartenalltag der Planeten-, Sonnen-, Mond- und Sternschnuppenkinder eingebaut und lockern den Tagesablauf auf.
Die Kinder der Kita Kinderbunt sind mit Spaß und Eifer bei diesen Angeboten dabei. Voller Freude bauen sie das Kennengelernte aus den verschiedenen Entspannungseinheiten in den Spielalltag ein und geben ihre Erfahrungen an ihre Freunde und Familienmitglieder weiter.

7.2.5. Freude an der Sprache erfahren und Geschichten und Buchstaben lebendig werden lassen

Auszug aus dem Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan:
„Sprachkompetenz ist eine Schlüsselqualifikation und sie ist eine wesentliche Voraussetzung für schulischen und beruflichen Erfolg, für eine volle Teilhabe am gesellschaftlich-kulturellen Leben.“
Sprache ist Bestandteil von Kommunikation und alltäglichen Handlungen.
Kinder sollen lernen, sich angemessen in der deutschen Sprache sowie durch Mimik und Körpersprache auszudrücken, längeren Darstellungen oder Erzählungen zu folgen und selbst Geschichten zusammenhängend zu erzählen.
Sie sollen Wortschatz, Begriffs- und Lautbildung, Satzbau und sprachliche Abstraktion entsprechend ihrem Entwicklungstand erweitern und verfeinern.
Im Vordergrund der Sprachförderung steht die alltägliche Kommunikation zwischen Erzieherin und Kind sowie den anderen Kindern in der Gruppe.
Für unsere Einrichtung bedeutet dies:
• Motivation und Fähigkeit zur mündlichen Kommunikation
Die Kinder üben hier in der Kita die Fähigkeit sich mit anderen auszutauschen, anderen die eigenen Erlebnisse, Gefühle, Meinungen, Gedanken und Wünsche mitzuteilen. Sie haben Freude an der Kommunikation und die Fähigkeit zuzuhören.

• Erweiterung des Wortschatzes
Durch die Freude am Sprechen bei Sachgesprächen, im Freispiel und bei Rollenspielen erweitern die Kinder kontinuierlich ihren Wortschatz.
• Unsere Kinder lernen den Wert von Büchern und viele ausgewählte Geschichten kennen.
Der Kindergarten hat eine gut sortierte Bücherei, aus der ausgewählte Bücher in die Bücherkisten der einzelnen Gruppen kommen. Die Kinder haben die Möglichkeit, die Bücherkiste zu nutzen und Bücher von Zuhause mitzubringen und diese in der Gruppe vorzustellen. Außerdem werden regelmäßig Bilderbücher vorgestellt und vorgelesen.
Wir dokumentieren im Portfolio die Lieblingsgeschichten der Kinder.
• Durch pädagogisch wertvolle Reime, Verse und Gedichte tauchen sie ein in die Welt der Lyrik.
Täglich treffen wir uns im Morgenkreis und die Kinder lernen Reime, Verse und Gedichte zu den Themen im Jahreskreis.
• Die Kinder erfahren welche Bedeutung die Buchstaben haben und können im letzten Kindergartenjahr ihren Namen schreiben.
Wir bieten den Kindern an, spielerisch Laute und Buchstaben zu lernen und Wort und Bild miteinander zu verknüpfen. Im Vorschultreff lernen die Kinder durch Schwungübungen die Genauigkeit des Schreibens.
• Wir entwickeln Gesprächsregeln und üben die Umsetzung
Hier wird das freie Sprechen vor einer Gruppe gefördert und die Gesprächsregeln werden immer wieder verinnerlicht. Wir lassen andere ausreden, wir schreien uns nicht an, wir warten bis wir an der Reihe sind, wir hören zu…

• Die Kinder entwickeln ein Sprachgefühl und erkennen wie Sprache aufgebaut ist.
Wir bieten unseren Vorschulkindern das Würzburger Sprachtraining zur phonologischen Bewusstheit Hören – Lauschen – Lernen an.
In der Freispielzeit bieten wir den Kindern verschiede Lautspiele an. Die Spiele fördern
genaues Hören, die Wahrnehmung und das Sprachgefühl

• Neugierde auf fremde Sprachen entwickeln und Mehrsprachigkeit als Bereicherung und Lebensform ansehen
Wir bieten den Kindern Anregungen durch Lieder, Geschichten und Übungen eine neue Sprache kennenzulernen. Auch im Morgenkreis greifen wir die verschiedenen Sprachen unserer Kinder auf und lernen einfache Begrüßungen und Höflichkeitsfloskeln.

7.2.5.1 Buchstabenland / Phonologische Bewusstheit nach dem Würzburger Trainingsprogramm

Phonologische Bewusstheit:
Der Erfolg eines Kindes beim Lesen und Schreibenlernen hängt letztendlich davon ab, ob es das alphabethische Prinzip der Schriftsprache begreift. Gemäß diesem Prinzip ist die Sprache in eine Anzahl kleinster Lautsegmente (Phone) zerlegbar, die wiederum durch Schriftzeichen (Buchstaben) repräsentiert werden können. Phonologische Bewusstheit im weiteren Sinne bezieht sich auf größere Einheiten der gesprochenen Sprache, wie etwa Reime oder Silben. Dagegen verlangen Aufgaben der phonologischen Bewusstheit im engeren Sinne den bewussten Umgang mit diesen kleinsten Einheiten der gesprochenen Sprache, Phonemen (Laute).
Wir bieten unseren Vorschulkindern das Würzburger Trainingsprogramm zur phonologischen Bewusstheit an.
Dieses Trainingsprogramm wurde am Institut für Psychologie an der Universität Würzburg entwickelt. Es entstand ein Konzept, mit dessen Hilfe Vorschulkindern das spätere Lesen- und Schreibenlernen deutlich erleichtert wird. Dadurch entwickeln die Kinder ein Sprachgefühl und erkennen wie Sprache aufgebaut ist. Die akustische Wahrnehmung der Laute und Lautgrenzen innerhalb eines Wortes ist dabei besonders wichtig. Das Trainingsprogramm besteht aus Spielen und Übungen zu sechs verschiedenen Sprachbereichen, die inhaltlich aufeinander aufbauen:
• Lauschspiele
• Reime
• Mit Satz und Wort vertraut machen
• Silben erfassen
• Identifikation von Anlauten in Wörtern
• Laute innerhalb eines Wortes erkennen und
die Lautgrenzen akustisch wahrnehmen

Anhand dieses Trainingsprogramms, in unserer Einrichtung Buchstabenland genannt, wurde wissenschaftlich überprüft, inwieweit ein solches Einüben den Kindern das spätere Lesen- und Schreibenlernen erleichtert. So entwickelten Kinder, die eine konsequente Schulung dieser phonologischen Bewusstheit erhalten hatten, deutlich geringere Rechtschreibprobleme. Deshalb haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, mit Hilfe dieses Trainingsprogramms unsere Vorschulkinder zu schulen.
Für unsere Einrichtung bedeutet das:
Einmal in der Woche bieten wir den Vorschulkindern das Buchstabenland mit immer unterschiedlichen Einheiten in den sechs Sprachbereichen an.
In Kleingruppen von bis zu acht Vorschulkindern werden die Einheiten von ca 30 Minuten von einer päd. Fachkraft durchgeführt.
• Lauschspiele
1. Stille Post, hier sitzen die Kinder in einem großen Kreis, das erste Kind bekommt ein Wort ins Ohr geflüstert und gibt dieses flüsternd an das nächste Kind weiter. Ziel des Spiels ist es, dass am Ende das richtige Wort gesagt werden kann. Nach regelmäßigem Üben wird in späteren Einheiten das Spiel mit Reimwörtern variiert.
2. Während des Spiels Tiernamen flüstern geht ein Kind vor die Tür, während die anderen Kinder sich ein Tier aussuchen. Die Kinder flüstern nun immer wieder das Tier, welches sie sich ausgesucht haben. Das Kind vor der Tür muss nun die einzelnen Tiere heraushören.
3. Bei einem weiteren Lauschspiel wird eine Eieruhr versteckt, und ein Kind, welches wieder vor der Tür wartet bis es hereingerufen wird, muss anhand des Tickens herausfinden, wo die Eieruhr versteckt ist.
4. Ein weiteres Lauschspiel ist Wortpaare erkennen. Hier werden von der päd. Fachkraft zweimal das gleiche Wort (Butter- Butter) oder zwei unterschiedliche Worte (Butter- Futter) genannt. Die Kinder müssen nun heraushören, welche gleich sind oder sich unterscheiden.

• Reime
1. Mit den Kindern werden Abzählreime geübt (Ene, Mene, Miste….). Hier wird speziell auf den Rhythmus des Reimes geachtet und dieser übertrieben betont.
2. Es werden Kniereiter oder Lieder, welche die Kinder schon gut können, wiederholt und die sich reimenden Wörter herausgehört. (Hoppe, Hoppe Reiter, wenn er fällt dann schreit er.)
3. In späteren Einheiten wird frei gereimt (Hause – Schause).
4. Den Abschluss dieses Bereichs bildet dann das gezielte Reimen (zerkratzen- schmatzen)
• Mit Satz und Wort vertraut machen
1. Kinder machen sich mit Sätzen vertraut.
2. Kinder erkennen, dass Sätze aus Wörtern bestehen (Bello -will -einen -Knochen).
3. Kinder lernen kurze und lange Wörter kennen (Zug, Krankenwagen).
4. In späteren Einheiten wird mit einem Wörterpuzzle dargestellt, dass auch Wörter zusammengefügt werden können (Schnee-Mann).

• Silben erfassen
1. Die Kinder hören anhand übertriebenen Sprechens an welchen Stellen Wörter getrennt werden können (also in Silben zerlegt werden).
2. Dies wird geübt indem die Kinder zuerst ihre Namen klatschen und in späteren Einheiten längere unbekannte Wörter geklatscht werden.
3. Die Kinder sollten danach hören können, welche Wörter gesprochen werden, wenn die päd. Fachkraft die Silben übertrieben lang auseinandergezogen spricht.

• Identifikation von Anlauten in Wörtern
1. Mit Hilfe von Bildkarten werden zunächst die Objekte zusammengesucht die den gleichen Anlaut haben. Danach wird mit den Vornamen der Kinder genauso verfahren.
2. Eine weitere Möglichkeit mit Kindern die Anlaute von Wörtern zu finden ist, das Spiel „Ich sehe was, was du nicht siehst“ abzuwandeln und das Objekt nicht zu beschreiben, sondern den Anlaut zu nennen. (das Wort beginnt mit S…Sonne).
3. Zur Vertiefung der Reimwörter und zum Erkennen der Anlaute werden Reimpaare zerlegt (Lauch- Rauch). Man fragt dann, was sich verändert.
4. Abschließend zu diesem Sprachbereich werden die Endlaute im gleichen Prinzip geübt (Omi- Oma).

• Laute innerhalb eines Wortes erkennen und die Lautgrenzen (Phone) akustisch wahrnehmen
1. Wörter werden in diesem Übungsbereich nicht mehr in Silben zerlegt, sondern in ihre Laute (Sch-i-f= Schiff).
Die Wörter werden also auseinandergezogen, bis die Kinder alle einzelnen Laute heraushören.
2. Zur Vertiefung werden dann die Laute innerhalb des Wortes gesucht (Wo ist das U? Fuß- In der Mitte).

7.2.5.2.Vorkurs Deutsch

Eine pädagogische Fachkraft aus unserer Einrichtung und eine Lehrkraft aus der hier ansässigen Grundschule bieten im Rahmen des Bildungsfinanzierungsgesetzes den Vorkurs Deutsch in ihrer jeweiligen Institution an. Gefördert werden hierbei alle Kinder mit zusätzlichem Unterstützungsbedarf im Deutschen als Erst- und Zweitsprache. Im Sinne einer Pädagogik der Vielfalt, die auf die individuellen Unterschiede eingeht und das Bildungspotential heterogener Lerngruppen produktiv nutzt, orientieren sich die im gemeinsamen Vorkurs eingesetzten pädagogisch – didaktischen Methoden. Die pädagogische Fachkraft wählt ihre Angebote nach den individuellen Kompetenzen, Interessen und Bedürfnissen der Kinder mit Deutsch als Zweitsprache und der monolingual (einsprachig deutsch) aufwachsenden Kinder aus.
In der ersten Hälfte des vorletzten Kindergartenjahres sind Kindertageseinrichtungen verpflichtet, bei allen Kindern einen Sprachstand in der deutschen Sprache zu erheben. Instrumente der Sprachstandbehebung sind die Beobachtungsbögen SISMIK und SELDAK.
Bei Feststellung eines zusätzlichen Unterstützungsbedarfs wird den Eltern die Teilnahme am Vorkurs oder eine gleichermaßen geeignete Sprachfördermaßnahme für ihr Kind empfohlen.
SISMIK ist die verbindliche Grundlage für eine Vorkursempfehlung für Kinder, deren Eltern beide nichtdeutschsprachiger Herkunft sind, darüber hinaus ist Sismik bei allen Kindern anzuwenden, die Deutsch als Zweitsprache nutzen. SELDAK hingegen ist die verbindliche Grundlage für eine Vorkursempfehlung für deutschsprachig aufwachsende Kinder.
Eine Vorkurs-Empfehlung setzt voraus, dass bei einem Kind ein zusätzlicher Unterstützungsbedarf im Deutschen anhand von Seldak und Sismik festgestellt wurde.
In unserer Einrichtung findet dieser Vorkurs Deutsch 1mal wöchentlich statt. Diese Übungsstunde wird von einer pädagogischen Fachkraft abwechslungsreich und interessant gestaltet.

Ziel des Vorkurses ist es, die deutsche Sprache häufiger in Kleingruppen zu sprechen, als es im Kindergartenalltag möglich ist.

Der Vorkurs beinhaltet:

• Spiele:
Gedächtnisspiele wie Memory, Nanu, wo liegt der Schuh, Lotto… sind sehr hilfreich, da die Kinder routinemäßige Sätze auswendig lernen. Das sind wichtige Sprachmuster, die den Kindern helfen, ähnliche Satzstrukturen auch mit anderen Wörtern zu wiederholen. Durch ständige Wiederholung sichern und festigen Kinder ihr Wortverständnis.
• Bilderbücher:
Vorlesen ist eine hervorragende Möglichkeit, das Kind mit der Schriftsprache vertraut zu machen, seine Freude zu wecken, aber auch das Sprachbewusstsein zu fördern. Das Kind lernt beim Vorlesen, dass es sich mit der Sprache eine ganz neue Welt schaffen kann.

• Geschichten:
Die Kinder lernen soziale Kompetenzen, wie z.B. das Herstellen und Aufrechterhalten von Beziehungen. Das mündliche Erzählen unterstützt das Wohlbefinden, die Literacy-Entwicklung und erweitert ihr Weltwissen.

Rätsel raten:
Rätsel sprechen die natürliche Neugierde von Kindern an, da das Kind zuhören muss, um das Rätsel zu lösen. Darüber hinaus schulen Rätsel auch die Beobachtungsgabe, die Aufmerksamkeit und es werden die kognitiven sowie die sprachlichen Fähigkeiten gefördert.

Rollenspiele
Rollenspiele sind für Kinder ein spielerischer Weg die Sprache zu schulen. Das Schlüpfen in verschiedene Rollen ist ein wichtiger Bestandteil in der Entwicklung und für das Verständnis anderer Personen.

7.2.6. Mathematik

Auszug aus dem Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan:
„Mathematische Bildung erlangt in der heutigen Wissensgesellschaft zentrale Bedeutung. Ohne mathematisches Grundverständnis ist ein Zurechtkommen im Alltag nicht möglich. Mathematisches Denken ist Basis für lebenslanges Lernen sowie Grundlage für Erkenntnisse in fast jeder Wissenschaft, der Technik und der Wirtschaft.“
Die Kinder wachsen in einer Welt auf, die voller Mathematik ist. Geometrische Formen, Zahlen und Mengen lassen sich überall im Alltag entdecken. Durch das Auseinandersetzen mit Gesetzmäßigkeiten und mathematischen Inhalten machen die Kinder schon sehr früh die Erfahrung von Beständigkeit, Verlässlichkeit und Wiederholbarkeit. Mathematik zu verstehen und anzuwenden ist keine naturgegebene Begabung. Mathematisches Denken ist keine natürliche, sondern eine zu erlernende Art und Weise zu denken.
Für unsere Einrichtung bedeutet dies:
• Unser Kindergartenalltag ist durchzogen mit spielerischen Übungen zum Zählen, Mengen erfassen, Sortieren und Reihen bilden.
• Im Morgenkreis zählen wir gemeinsam oder auch einzeln, die anwesenden Kinder und errechnen anhand der Gruppenstärke wieviel fehlen.
• Wir vergleichen Mengen und entscheiden was ist mehr, was ist weniger. Zum Beispiel: Beim Malen entdecken vier Kinder, dass es vier gelbe Stifte gibt und nur zwei rote. Die Kinder werden gefragt welche Farbe öfter vorkommt? Nun wird als Antwort gelb genannt. Solche Alltagssituationen tauchen immer wieder auf.
• Verschiedene Spielmaterialien helfen den Kindern Reihen zu bilden und Mengen zu erfassen, (Perlen, Legosteine, Holzbausteine).
• Durch unser Aufräumsystem bildet sich eine ständige Gelegenheit Materialien nach ihren Eigenschaften zu sortieren.
• Durch unsere Ernährungstage lernen die Kinder Zutaten abzuwiegen und abzumessen. Die Kinder helfen aktiv mit und können sich an Bilderrezepten orientieren. Zum Beispiel: Auf einem Waffelrezept sind zwei Löffel Zucker abgebildet, so sieht das Kind, dass es einen Löffel benutzen muss, um zweimal Zucker auszuschöpfen.
• Auch machen die Kinder im Zahlenland viele Entdeckungen. Durch Zahlenhäuser, Zahlenwege, Geschichten, Lieder, Reime und Arbeitsblätter vertiefen sie das neue Wissen.

7.2.6.1. Das Zahlenland

Auszug aus dem Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan
„Ziel ist es, die Kinder mit dem Zahlenraum von 1-10 bekannt und vertraut zu machen und dabei an ihre Neugierde, Lernfreude und ihren Entdeckungsgeist anzuknüpfen. Verbunden mit ihrer Lebenswelt schafft es eine höchst anregende Lernumgebung, die Welt der Mathematik anschaulich, vielfältig und eigenaktiv mit Freude zu erkunden.“
Im Zahlenland werden die Kinder mit den Grundzahlen 1 bis 10 bekannt gemacht. Ein entwicklungsgemäßes ganzheitliches Spielkonzept hilft den Kindern bei der Entwicklung und Erweiterung ihrer mathematischen und sprachlichen Kompetenzen. Die Kinder verbinden geometrische Formen und mathematische Strukturen mit ihrer Umwelt. Um gezielt auf die Interessen und Fähigkeiten der Kinder einzugehen und die Zahlenlandeinheiten auf aktuelle Bedürfnisse und Situationen anzupassen, bietet das Projekt genügend Raum. Die Kinder lernen die Zahlen mit allen Sinnen und von allen Seiten in verschiedenen Formen kennen.

Für unsere Einrichtung bedeutet das:
• Das Zahlenland beginnt immer mit einem Ritual.
Zuerst begrüßen wir uns mit einem Begrüßungsspruch.
„1-2-3 wir sind dabei, 4-5-6-7 alle sitzen geblieben. Das Zahlenland geht nun los, denn wir sind schon ganz groß.“
• Zum Einstieg zählt immer ein Kind die Mädchen und ein anderes Kind die Jungen. Dann stellen wir uns folgende Fragen. Wieviel ergibt das zusammen? Wer ist mehr? Wie viele fehlen?
Die Kinder üben so regelmäßig kleine Rechenaufgaben und durch die immer wiederkehrenden Wiederholungen können sich die Kinder solche kleinen Aufgaben besser merken.
• Die Sozialfähigkeit und Teamfähigkeit der Kinder werden gefördert, indem sie Aufgaben zusammen bewältigen oder zusammen Lösungswege suchen.
• Der Wortschatz der Kinder wird erweitert und gefördert, da sie immer wieder neue Begriffe und Wörter kennenlernen.
• In den ersten Stunden lernen die Kinder das Zahlenhaus kennen. Mit diesem fällt der Einstieg in das Zahlenland leichter. Die Kinder lernen, dass jede Zahl eine feste Wohnung hat, diese ist mit einer Nummer zwischen 1 und 10 versehen. Die Kinder dürfen diese Zahlenhäuser dann mit der entsprechenden Anzahl an Bildern und Objekten ausstatten, zum Beispiel im Zahlenhaus 6 dürfen nur 6 Kastanien, 6 Murmeln, 6 Steine, 6 Knöpfe usw…
• Nach dem Zahlenhaus lernen die Kinder den Zahlenweg kennen. Auf dem Zahlenweg nähert man sich den Zahlen Schritt für Schritt, denn das Zählen ist das wichtigste Hilfsmittel. Als Material benutzen wir Teppichfliesen auf denen die Zahlen 1-10 aufgedruckt sind. Die Zahlen 5 und 10 sind farblich hervorgehoben. Den Zahlenweg kann man vorwärts und rückwärts gehen.
• Im Zahlenland gibt es zu jeder Zahl ein eigenes Zahlenland. Zum Beispiel: Im Einerland wohnt die EINS, die ZWEI wohnt im Zweierland u.s.w. Viele Geschichten ranken sich um die Zahlenländer. Jedes Zahlenland wird von einem Wächter bewacht der aufpasst, dass nur solche Dinge und Lebewesen hineinkommen, die zahlenmäßig in das Land passen. Zum Beispiel: Ein Mensch mit zwei Beinen oder eine Maus mit zwei Ohren dürfen in das Zweierland. Bei diesem Spiel werden die Sinne und Gedanken der Kinder über zahlenbezogene Fragestellungen angeregt. Was gibt es nur einmal, was kommt zweimal vor? Wie viele Beine hat ein Vogel, ein Hund oder eine Spinne? Weitere Aktivitäten im Zahlenland sind auch Abzählreime und Zahlenrätsel.
• Zum Schluss erkunden und entdecken die Kinder den Zahlengarten. Er stellt den Zusammenhang vom ganzheitlichen Lernen in der Natur und der geometrischen Darstellung von Zahlen und Formen dar.

7.2.7. Künstlerisch gestalten

Auszug aus dem Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan:
Ästhetik, Kunst und Kultur durchdringen sich gegenseitig. Ästhetische Bildung und Erziehung haben auch immer mit Kunst und Kultur zu tun. Angeregt durch die Auseinandersetzung mit Kunst und Kultur entfalten Kinder ihr kreatives künstlerisches Potenzial und Urteilsvermögen. So lernen sie nicht nur eigene, sondern auch fremde Kulturerzeugnisse und ungewohnte künstlerische Ausdrucksformen anzuerkennen und zu schätzen. Kreativität ist die Fähigkeit im Denken neue, auch unerwartete und überraschende Wege zu gehen. Die Kreativität von Kindern stärken heißt, ihnen die Erfahrung ihrer Persönlichkeit zu ermöglichen.
Lernen durch die Sinne ist in der frühen Kindheit die Grundlage von Bildung.
Die Basis dafür wird schon zu Beginn der Krippen- oder Kindergartenzeit bei uns durch das Kennenlernen und Erforschen von verschiedensten Materialien gelegt. Das Fühlen der Temperatur und Konsistenz von Fingerfarben auf der Haut, die Arbeit mit formbarer Knete oder feuchtem Ton sowie die Erkundung der Eigenschaften von Kleister z.B., vermitteln den Kindern über ihre Wahrnehmung vielfältige Entwicklungsanreize. Die Kinder erleben, welche Gefühle und Sinneseindrücke bei ihnen ausgelöst werden.

Die Kinder können in unserer Einrichtung vielfältig künstlerisch tätig sein. Sie lernen kreative Materialien, Werkzeuge, Techniken und Prinzipien zur gestalterischen Formgebung kennen. Sie haben die Möglichkeit, damit neugierig zu experimentieren und Erfahrungen zu sammeln.
• Die Kinder können jeden Tag im Malraum mit verschiedenen Papieren, Kartonagen, Holzstiften, Filzstiften, Wachsmalkreiden, Scheren und Klebstoffen frei experimentieren.
• Im Garderobenbereich ist es möglich, an Staffeleien mit Wasserfarben zu malen.
• Die Fenster unserer Kita werden zu aktuellen Themen mit Kleister, Papier, Stiften, Farben und Naturmaterialien gestaltet.
• Wir weben, flechten und knüpfen mit Wolle, Papier, Stoff und Naturmaterialien.
• Es besteht auch die Möglichkeit, skulptural zu arbeiten, am Basteltisch mit Papier und Kleister, mit Knete oder Modelliersand in Garderobe oder Gruppenraum sowie im Freien mit Sand, Erde, Ton und Wasser.
• In angeleiteten, kreativen Angeboten lernen die Kinder neue Techniken, Materialien und den Umgang damit kennen.

Die Kinder werden inspiriert, sich mit Farben und Formen großer Meister oder anderer Kulturen spielerisch und mit allen Sinnen auseinanderzusetzen.
• Wir besuchen Kunstausstellungen und nehmen an Kinderführungen teil, wie zum Beispiel in der Kochsmühle in Obernburg
• Regionale Künstler werden in den Kindergarten eingeladen oder von uns in ihrem Atelier besucht.
• Wir betrachten Bilder, Buntglasfenster und Skulpturen in der Kirche.
• In Form von Kunstdrucken oder in Büchern entdecken wir Bilder großer Meister.
• Gemeinsam werden Bilderbücher und Geschichten zum Thema Kunst gelesen und angeschaut.

So versuchen wir bei den Kindern ein Verständnis für verschiedenste Kunstwerke und Kunstformen zu wecken, sich damit auseinanderzusetzen und inspirieren zu lassen.

Auch das Theater ist ein wesentlicher Bestandteil in der Kita Kunterbunt. Die Kinder besuchen Theaterstücke in der Region, werden eingeladen zu einer Aufführung der Schulkindbetreuung, sehen ein Puppentheater in unserer Einrichtung, oder studieren selbst eine kleine Darbietung für Eltern, Senioren oder die anderen Kindergartenkinder ein. Theater heißt jedoch nicht nur auf der Bühne stehen und auswendig gelernte Texte aufsagen, sondern auch: sich verkleiden, in fremde Rollen schlüpfen und darin für eine gewisse Zeit leben, mit Licht und Schatten spielen, mit Handpuppen sprechen sowie pantomimisch etwas darstellen. Die Kulisse, Theaterbühne und Requisiten können von den Kindern selbst hergestellt werden.

Unsere Ziele:
• Es wird ein Grundverständnis von Farben und Formen erlangt.
• Die Kinder erfahren Wertschätzung, Anerkennung, Spaß und Freude.
• Gemeinsam entdecken wir eigene Gestaltungs- und Ausdruckswege und erlangen dabei Vielfalt und Beweglichkeit im Denken und Handeln.
• Die Kinder entwickeln eine Vorstellung davon, dass „Schönheit“ genau wie „Hässlichkeit“ nur eine mögliche Form der subjektiven Wahrnehmung ist.
• Es werden Möglichkeiten erlebt, wie man Gefühle, Gedanken und Ideen auf unterschiedliche Weise gestalten und darstellen kann.

8. Beobachtung und Dokumentation

„Beobachtung hilft zu verstehen, sie ist die Wurzel des Verstehens!“

1. Was sagt der bayrische Bildungs- und Erziehungsplan zur Beobachtung und Dokumentation?
• Schlüsselprozesse für Bildungs- und Erziehungsqualität
• Beobachtung / Dokumentation für jedes Kind
• Gezielt und regelmäßig
• Bezug zur Konzeption und den Bildungs- und Erziehungszielen
• Orientierung an kindlichen Stärken / Interessen
• Beteiligung von Eltern und Kindern

2. Sinn und Zweck von Beobachtung und Dokumentation
• Beobachtung von Lern- und Entwicklungsprozessen bildet eine wesentliche Grundlage für pädagogisches Handeln in Kitas – Verwendung der Ergebnisse.
• Aussagekräftige Beobachtungsergebnisse vermitteln Einblicke in das Lernen und in die Entwicklung von Kindern, sie helfen die Qualität von pädagogischen Angeboten zu sichern und weiterzuentwickeln.
• Sie dienen dem fachlichen Austausch.
• Sie sind Basis und Anlass für das Gespräch mit den Kindern.
• Sie sind Grundlagen für Gespräche mit den Eltern.
• Sie helfen uns Perspektiven des einzelnen Kindes, sein Erleben und Verhalten zu verstehen.
• Früherkennung und Entwicklungsstörungen.

3. Beobachtung im Sinne des Kindes
• Beobachtung soll grundsätzlich dem Verständnis dienen (nicht der Kontrolle!).
• Wir gehen davon aus, dass wir im Interesse des Kindes beobachten.
• Achtung, Respekt, Zuwendung und Empathie sind Voraussetzung für sinnvolle Beobachtung!

4. Methoden der Beobachtung
• „Produkte“ bzw. Ergebnisse kindlicher Aktivität, z.B. Zeichnungen, Schreibversuche, Fotos von Bauwerken…
• Freie Beobachtung / teilstrukturierte Form der Beobachtung, z.B. Situationsbezogene Verhaltensbeschreibungen, erzählende Geschichten und Berichte
• Strukturierte Form der Beobachtung, d.h. standardisierte Bögen mit festen Fragen und Antwortrastern z.B. Sismik, Seldak, Perik, usw.

5. Ziele der Beobachtung – verschiedene Beobachtungsinstrumente
• Ebene A: Entwicklung einer kindzentrierten Perspektive in der Pädagogik – z.B. Bildungs- und Lerngeschichten (Portfolio)
• Ebene B: Kontrolle von Lernfortschritten im Rahmen von klar definierten Altersnormen und Lernzielen, z.B. Entwicklungstabelle nach Beller, z.T. Portfolio, Seldak, Sismik,….
• Ebene C: Frühzeitiges Erkennen von Entwicklungsstörungen, z.B. Grenzsteine der Entwicklung, Seldak, Sismik,…..

8.1. In der Krippe
Im Krippenalltag spielt die Beobachtung der Kinder, in Bezug auf ihre Entwicklung eine wichtige Rolle. Hierbei wenden wir verschiedene Beobachtungs- und Dokumentationsverfahren an: Liseb1 und Liseb2, Kuno Beller Entwicklungstabelle sowie Portfolio Beobachtungsmappen.
Liseb1 und 2 dienen der Beobachtung für die systematische Begleitung der Sprach- und Literacyentwicklung von Krippenkindern.
Die Kuno Beller Entwicklungstabelle vermittelt anschaulich differenzierte Kenntnisse über Entwicklungsschritte und Veränderungen in den ersten Lebensjahren.
Anhand der Portfoliomappe, die für jedes Kind während der Kindergartenzeit entsteht, kann man erkennen, welche Lern- und Entwicklungsschritte durchlaufen wurden.
Diese Methoden dienen uns zur Orientierung für Elterngespräche sowie zur Planung unseres pädagogischen Alltags.

8.2. Im Kindergarten

Im Kindergarten verwenden wir die Beobachtungsbögen Sismik, Perik und Seldak.
Sismik bedeutet – Sprachverhalten und Interesse an Sprache bei Migrantenkindern in der Kindertageseinrichtung.
Sismik ist ein Beobachtungsbogen für die systematische Begleitung der Sprachentwicklung von Migrantenkindern von ca. 3 ½ Jahren bis zum Schulalter – mit Fragen zu Sprache und Literacy.
Es geht speziell um Kinder, die zuhause noch mit einer oder auch zwei anderen Sprachen außer Deutsch aufwachsen.
Pädagogische Fachkräfte können also schon relativ früh beginnen, die Sprachentwicklung zu beobachten und festzuhalten. Damit können sie gut dokumentierte Aussagen über Lernfortschritte von Kindern und auch über deren sprachbezogene Schulfähigkeit machen.
Perik bedeutet: Positive Entwicklung und Resilienz im Kindergartenalltag.
Perik ist ein Bogen zur Beobachtung der sozial-emotionalen Entwicklung. Eine gelingende sozial-emotionale Entwicklung ist für Kinder auf verschiedenen Ebenen von besonderer Bedeutung: Sie ist die Basis für subjektives Wohlbefinden, für eine erfolgreiche Regulation von positiven und negativen Gefühlen, für befriedigende Beziehungen zu anderen Kindern und zu Erwachsenen. Darüber hinaus sind sozial-emotionale Kompetenzen wesentliche Voraussetzungen für erfolgreiches Lernen. Der Bogen erfasst sechs Basiskompetenzen: Kontaktfähigkeit, Selbststeuerung/Rücksichtnahme, Selbstbehauptung, Stressregulierung, Aufgabenorientierung, Explorationsfreude.
Seldak bedeutet Sprachentwicklung und Literacy bei deutschsprachig aufwachsenden Kindern und arbeitet mit ähnlichen Vorgehensweisen, nur dass hierbei das Augenmerk auf Kinder gelegt wird, die mit Deutsch als Erstsprache aufwachsen.
Seldak ist ein Beobachtungsbogen für die systematische Begleitung der Sprachentwicklung von Kindern, die mit Deutsch als Erstsprache (Muttersprache) aufwachsen. Der Bogen umfasst die Altersspanne von 4 Jahren bis zum Schulalter. Konzeption und Aufbau sind ähnlich wie bei Sismik.

8.3. Portfolio

Der Begriff Portfolio kommt aus dem lateinischen und bedeutet sinngemäß Sammelmappe. Seit 2009 arbeiten wir mit Portfolio, um die Lernschritte jedes einzelnen Kindes zu dokumentieren.
Die Portfoliomappe zeigt das Können, die Arbeitsweise und die Entwicklung des Kindes und bewahrt wichtige Details auf.
Die Arbeit mit Portfolios fördert das entdeckende Lernen und die Sicht auf Lerninhalte aus verschiedenen Perspektiven. Für das Kind bedeutet das, ein Bewusstsein für seinen eigenen, positiven Weg des Lernens aufzubauen. Es wird befähigt, seine Lernprozesse zu reflektieren.
Auch die Eltern können durch diese Mappe jederzeit an den Lernfortschritten ihres Kindes teilhaben.
Wir verwenden das Portfolio auch bei Elterngesprächen, um den Entwicklungsprozess der Kinder sichtbar zu machen.
Die Eltern können gerne an diesen Portfolios mitarbeiten, indem sie z.B. Fotos einkleben, besondere Erlebnisse oder lustige Erzählungen der Kinder schriftlich dokumentieren.
Wir möchten mit dieser Sammelmappe eine positive Erinnerung an die Kindergartenzeit schaffen.
Unser Portfolio orientiert sich am Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan.
Mit Hilfe von Beobachtungsbögen und Entwicklungsgeschichten im Portfolio können wir den Eltern veranschaulichen, wo ihr Kind steht.
Diese acht Entwicklungsbereiche bilden den Schwerpunkt unserer Beobachtungen.
1. Sprache
2. Kognitive Entwicklung
3. Soziale Kompetenz
4. Feinmotorik
5. Grobmotorik
6. Wahrnehmung
7. Motivation
8. Lebenspraktischer Bereich

Die Förderung der Kinder durch unsere pädagogische Arbeit und die Erreichung der Entwicklungsziele ist nur mit den Eltern gemeinsam in einer Erziehungspartnerschaft zu verwirklichen.
Verschiedene Beobachtungsverfahren gehören zum Handwerkszeug jeder Erzieherin!

9. Kooperation und Vernetzung

9.1. Bildungs- und Erziehungspartnerschaft mit den Eltern

„Unsere Kinder sind unsere wichtigsten Gäste, die zu uns ins Haus kommen, sorgsame Zuwendung erfahren, eine Zeit lang verweilen und dann aufbrechen, um ihre eigenen Wege zu gehen.“
Auszug aus dem Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan:

„Erzieher und Eltern begegnen sich als gleichberechtigte Partner in gemeinsamer Verantwortung für das Kind“.
„Anzustreben ist eine Erziehungspartnerschaft, bei der sich Familie und Kindertageseinrichtung füreinander öffnen, ihre Erziehungsvorstellungen austauschen und zum Wohl der ihnen anvertrauten Kinder kooperieren.“
Bildungs- und Erziehungspartnerschaft in unserer Einrichtung:
Unter Erziehungspartnerschaft verstehen wir die gemeinsame Verantwortung und die partnerschaftliche Zusammenarbeit von Eltern und Erzieherinnen in der Arbeit mit den Kindern. Grundlage der Partnerschaft sind der stetige Dialog und die Kommunikation. Gemeinsam werden Erziehungsvorstellungen und Erziehungsziele zum Wohle der Kinder ausgetauscht, formuliert und anschließend festgelegt.
Wenn Eltern und Erzieherinnen gemeinsam an der Bildungsarbeit ihrer Kinder arbeiten, ihnen Entwicklungs- und Lernhilfen und damit Möglichkeiten zu vielfältigen Selbstbildungsprozessen geben, dann können Bildungsziele festgelegt und erreicht werden.

Wie arbeiten wir in unserer Kita an einer gelungenen Bildungs- und Erziehungspartnerschaft?

1. Transparenz

Alle Eltern haben die Möglichkeit einen Einblick in unsere tägliche päd. Arbeit zu
erlangen:
• Vor jeder Gruppe hängt ein Wochenplan mit den täglichen Aktivitäten.
• An der Pinnwand im Eingangsbereich werden regelmäßig alle wichtigen Informationen ausgehängt.
• In den Fluren können die Eltern immer wieder die Werke der Kinder betrachten.
• Bei regelmäßigen Festen und Feiern in unserer Einrichtung sind die Eltern involviert und helfen bei der Gestaltung und Umsetzung.
• Einmal im Jahr wird in unserer Kita eine Elternumfrage zur Zufriedenheit und Qualität der Einrichtung angeboten.
• Der Briefkasten für Anregungen, Wünsche, Beschwerden usw. ist im Eingangsbereich für alle Eltern zugänglich.
• Dieses umfangreiche schriftlich ausgearbeitete Konzept bietet den Eltern einen detaillierten Einblick in unsere pädagogische Arbeit
• Zum Jahresbeginn gibt es einen umfangreichen Elternabend in den einzelnen Gruppen. An diesem Elternabend werden Einblicke in Tagesablauf, Jahresplanung und organisatorische Neuerungen gegeben.
• Für Eltern von neuangemeldeten Kindern findet zweimal jährlich ein Infonachmittag mit Rundgang durch die Einrichtung statt.
• Auf unserer Internetseite finden Eltern umfangreiche Informationen zur Einrichtung.

2. Begegnung und Kommunikation auf Augenhöhe

Eltern sind die Experten für ihr Kind! Eine Bildungs- und Erziehungspartnerschaft kann nur gelingen, wenn sie von gegenseitigem Respekt und Vertrauen geprägt ist. Wir sind uns bewusst, dass wir in unserer Arbeit ihr Kind nur unter der Berücksichtigung seines in der Einrichtung gezeigten Verhaltens einschätzen können. Wichtig in diesem Zusammenhang: Wenn wir Erzieherinnen zu einem Kind eine stabile und tragfähige Beziehung aufbauen wollen, so gelingt das nur unter der Voraussetzung, dass auch zu den Eltern ein guter Kontakt besteht. Und der lässt sich nur knüpfen, wenn Fachkräfte emphatisch sind, gut zuhören und einen guten Kontakt zu den Eltern halten.

3. Die Möglichkeit und Bereitschaft zum Austausch

Neben den „Tür- und Angelgesprächen“, welche regelmäßig stattfinden, bieten wir auch ausführliche Entwicklungsgespräche für die Eltern an. Selbstverständlich ist das päd. Team auch bereit, einen Gesprächstermin auf Wunsch der Eltern zu vereinbaren.
Wichtig ist, dass auch kleine Entwicklungsschritte „gesehen“ und auf welche Art und Weise auch immer festgehalten werden. In unserer Einrichtung geschieht dies, mithilfe der Portfolioordner, die den Eltern jederzeit zur Einsicht in den Gruppenräumen bereitgestellt werden. Auch an Elterngesprächen, speziell zum Veranschaulichen des Entwicklungsstandes des jeweiligen Kindes, werden die Ordner gezeigt.

4. Möglichkeiten der Mitwirkung

Für Eltern gibt es die Möglichkeit im Kita-Alltag mitzuwirken und somit Einblicke zu erhalten.
In unserer Einrichtung ist ein sogenanntes Elternprojekt sehr willkommen. Beispielsweise
freuen sich die Kinder immer darauf mit Müttern zu Weihnachten Plätzchen zu backen oder
an Ostern Eier zu bemalen.
Die Eltern können sich bei Festen und Feiern in der Kita mit Standdiensten, Kuchen backen
oder Auf- und Abbau einbringen.

Der Elternbeirat

Eine weitere Möglichkeit sich im Kita-Alltag einzubringen, ist die Bereitschaft im
Elternbeirat eine Aufgabe zu übernehmen. Der Elternbeirat ist das Bindeglied zwischen dem
Kita-Personal und der Elternschaft.
Der Elternbeirat wird am ersten Elternabend im neuen Kindergartenjahr von der Elternschaft
gewählt und hat unterschiedliche Aufgaben.
Zunächst ist der Elternbeirat Ansprechpartner für das Team, wenn Neuerungen entschieden werden, bei diesen beratend mitzuwirken und diese Neuerungen teilweise an die Elternschaft zu kommunizieren. Der Elternbeirat verpflichtet sich zu regelmäßigen Beiratstreffen und wird diese auch
protokollieren. Im Zuge dessen wird jährlich ein Rechenschaftsbericht über die Tätigkeiten des Elternbeirats abgegeben.

Zudem wirkt der Elternbeirat bei den Festen und Feiern im Kindergartenjahr mit. Er wird hierbei in Planung und Durchführung mit einbezogen. Unser Elternbeirat bringt sich mit neuen Ideen und Tatkraft in alle Feste mit ein, nicht nur mit Ausschank oder Kuchenständen an traditionellen Festen, wie St. Martin oder der Nikolausfeier.
Der Elternbeirat bringt sich mit vielen Ideen und unterschiedlichsten Tätigkeiten in den Kita-Alltag ein.
Er tritt auch stellvertretend für die Einrichtung mit Ständen bei anderen
Festen, wie beispielsweise dem örtlichen Handwerker- oder Herbstmarkt auf. Die
Einnahmen aus diesen Aktionen kommen allen Kindern unserer Einrichtung zu Gute.
Natürlich ist der Elternbeirat auch immer auf die Hilfe der Eltern angewiesen.
Das hohe Engagement unseres Elternbeirats schätzen wir sehr, ebenso seine Unterstützung und das Feedback zu unsrer Kindergartenarbeit.

9.2. Partnerschaften innerhalb und außerhalb der der Gemeinde
Kooperation innerhalb der Gemeinde:

Unser Kindergarten versteht sich als ein wichtiger Teil der Gemeinde. Wir geben den Kindern die Möglichkeit am öffentlichen Leben teilzuhaben und dabei grundlegende gesellschaftliche Zusammenhänge zu erkennen.
Im Rahmen unserer Projektarbeit kontaktieren wir unsere Grundschule, die politische Gemeinde, die Pfarrgemeinde, Handwerksbetriebe, die Feuerwehr, die Bücherei, Vereine und die Bank.
Wir besuchen diese öffentlichen Einrichtungen und ermöglichen den Kindern somit, die Umwelt zu erleben und ihre Bedeutung wertzuschätzen.
Die Kinder lernen, dass die Gemeinde ein wichtiger Ort der Begegnung ist.

Kooperation und Vernetzung außerhalb der Gemeinde:
Unsere Einrichtung arbeitet außerhalb der Gemeinde mit vielen Institutionen zum Wohle des Kindes zusammen. Unser Ziel hierbei ist die Vernetzung der Institutionen. Bei jeder Form der Kooperation werden der Datenschutz und die Schweigepflicht gewahrt. Geschieht die Zusammenarbeit speziell für einzelne Kinder, so werden die Eltern in diese Zusammenarbeit miteinbezogen.

Wir arbeiten mit folgenden Institutionen zusammen:
• Caritasverband
• Landratsamt
• Gesundheitsamt
• Jugendamt
• Frühförderstelle
• Schulvorbereitende Einrichtung (SVE)
• Sprachkindergärten / Logopäden
• Familien- und Erziehungsberatung
• Polizei
• Diagnose- und Förderklasse (DFK)
• Mobile sonderpädagogische Hilfe (MSH)

Unser Kindergarten steht ihnen beratend zur Seite und stellt die nötigen Kontakte her.
– Unser Träger, der St. Johannisverein, untersteht dem Diözesan Caritasverband in seiner Funktion als Trägerdachverband. Dieser berät den Vorstand und die Kindergartenleitung und stellt verschiedene Dienstleistungen zur Verfügung.

– Dem Landratsamt müssen Leitung und Träger jährlich Rechenschaft über die pädagogische Arbeit und die organisatorischen Rahmenbedingungen geben.

– Das Gesundheitsamt prüft jedes Jahr alle Vorschulkinder bei einer Einschulungsuntersuchung auf das Seh-, Hör- und Sprachvermögen. Des Weiteren ist es unsere Pflicht, ansteckende Krankheiten dort zu melden.
Diese Behörde kontrolliert auch die hygienischen Voraussetzungen vor Ort und wird über
die Gesundheitserziehung informiert.
– Die Frühförderung versteht sich als Hilfe für Kinder, die in ihrer Entwicklung verzögert oder auffällig sind. Gemeinsam mit den Eltern und dem Personal der Frühförderstelle beraten wir über geeignete Fördermaßnahmen, um das Kind in seiner weiteren Entwicklung zu unterstützen. Eine solche Förderung ist kostenlos, freiwillig und ohne das Einverständnis und die Mitarbeit der Eltern nicht möglich.

– In die SVE werden Kinder aufgenommen, deren Entwicklung oder deren Lern- und Leistungsvermögen zumindest zum gegenwärtigen Zeitpunkt annehmen lassen, dass ohne eine gezielte Förderung in einer Kleingruppe die Einschulung in der Grundschule größere Probleme mit sich bringen könnte.
Dazu gehören Kinder mit Störungen bzw. Entwicklungsverzögerungen in der
– Wahrnehmung
– Motorik
– Sensomotorik
– Handlungssteuerung

– Sprachkindergärten helfen Kindern, deren Schwierigkeiten primär in der Sprachentwicklung und im Sprechen liegen. Die Möglichkeit einer Rückführung in den Regelkindergarten oder in die Grundschule besteht jeweils zum Schuljahresanfang.
– Die Familienberatung will Eltern unterstützen, ihre zuweilen schwierigen Erziehungsaufgaben zu erfüllen, z.B.
• wenn Eltern beunruhigt sind wegen Auffälligkeiten in der seelischen und geistigen Entwicklung ihrer Kinder.
• wenn Eltern sich Sorgen machen über die Schulreife ihres Kindes.
• wenn sich für Kinder die Familie verändert (Trennung, Scheidung, neue Partnerschaft).

– Die Polizei kommt einmal im Jahr zur Verkehrserziehung in den Kindergarten. Auf Wunsch bietet sie auch Elternabende an.

– In die DFK werden Schüler aufgenommen, die in ihrer Entwicklung oder ihrem Lern- und Leistungsvermögen mindestens zeitweilig so beeinträchtigt sind, dass sie am Unterricht in der Grundschule nicht mit genügend Erfolg teilnehmen können. Der Unterricht erfolgt auf der Basis des Lehrplanes der Grundschulen, allerdings in der Form, dass die Lerninhalte der ersten beiden Grundschuljahre auf drei Schulbesuchsjahre verteilt werden.
– Die MSH ist ein Angebot für Eltern und für pädagogisches Personal in unserem Kindergarten. Im Mittelpunkt der individuellen Beratung, Unterstützung und Begleitung vor Ort stehen Kinder mit Hör- und Kommunikationsauffälligkeiten. Die MSH begleitet diese Kinder bis zum Schuleintritt, indem sie Maßnahmen zur Diagnostik, Förderung und Beratung in die Wege leitet, koordiniert und vernetzt. Die MSH ist eine Ergänzung und Erweiterung zu bestehenden fachlichen Angeboten.
Ziel der Mobilen Sonderpädagogischen Hilfe ist die Unterstützung einer dauerhaften,
integrativen Betreuung vor Ort.

9.3. Schutzauftrag unserer Einrichtung zum Wohle des Kindes

9.3.1. Leitbild

Kinder bedürfen in ihrer Entwicklung eines besonderen Schutzes, deshalb kommt den Kindertageseinrichtungen hierbei eine ganz besondere Aufgabe zu. Aus diesem Grund hat der Gesetzgeber den Trägern und den Einrichtungen einen Schutzauftrag zum Wohle des Kindes auf körperliche und seelische Unversehrtheit erteilt. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in Kindertageseinrichtungen sind gemäß §8a SGB VII verpflichtet das Kindeswohl zu schützen, dementsprechend präventive Maßnahmen vor Gefahren zu ergreifen und im Bedarfsfall zu intervenieren.
Mit dem Schutzkonzept wurde ein gemeinsames Verständnis von Kinderschutz geschaffen. Es ist Ausdruck einer Kultur der Achtsamkeit, da wir gemeinsam mit den Familien für unsere Kinder verantwortlich sind. Die Jungen und Mädchen sollen unsere Einrichtungen als sichere Orte für ihre Persönlichkeitsentwicklung erfahren und sich bei uns wohl fühlen. Wir wollen ihnen Werte und Lebenskompetenzen vermitteln, die wichtig für den Umgang mit sich selbst oder anderen sein können, und sie so annehmen wie sie sind.

9.3.2. Prävention

Prävention beinhaltet alle Maßnahmen, die zum Schutz des Kindeswohles dienen und einer Verletzung vorbeugen sollen. Dies spiegelt sich in unserer Grundhaltung den Kindern gegenüber, in vielen Bereichen des pädagogischen Alltags sowie in konkreten Projekten.
In unserer Einrichtung stärken und ermutigen wir die Kinder, sich zu eigenständigen und sozial kompetenten Persönlichkeiten zu entwickeln. Dies geschieht, indem wir sie in ihrem Recht unterstützen, aktiv mitzubestimmen und mitzuentscheiden. Ihre Beteiligung gestalten wir altersgerecht und begleiten sie dabei. Dies findet sich auch in der Partizipation wieder, die in unserer Einrichtung eine große Rolle spielt.
Wir verhalten uns den Kindern gegenüber achtsam und einfühlsam. Es ist uns wichtig, dass ihre Intimsphäre und ihre persönlichen Grenzen mit Erwachsenen allgemein und mit uns Mitarbeitern des Kindergartens im Speziellen gewahrt werden. Wir wollen die Kinder bestärken ihren Gefühlen zu vertrauen und Grenzen zu setzen. Ein „Nein“ wird akzeptiert. Die Kinder haben z.B. das Recht, ein Beschäftigungsangebot abzulehnen oder eine Entscheidung des Erwachsenen zu hinterfragen.
So unterstützen wir einen respektvollen Umgang mit den eigenen Grenzen sowie mit denen anderer.
Bestehende Regeln und Grenzen, die eingehalten werden müssen, erläutern wir. Konsequenzen müssen angemessen und nachvollziehbar sein. So ist es uns z.B. wichtig, dass die Kinder auch im Spiel untereinander ihre Grenzen wahren und setzen können. Die Mädchen und Jungen sollen äußern dürfen, wenn sie bei etwas nicht mitmachen möchten, nicht kuscheln oder angefasst werden wollen. Das ist genauso zu respektieren, wie z.B. in der Bauecke nicht spielen zu mögen und unbeobachtet aufs Klo gehen zu können.
Die Kinder haben ein Recht auf Schutz in Notlagen. Wir hören ihnen zu und ermutigen sie sich bei Kummer an eine Vertrauensperson zu wenden. Hilfe holen ist kein Petzen!
Wir sind uns in unserer Einrichtung über das Machtverhältnis und die damit verbundene Verantwortung zwischen Erwachsenen und Kindern bewusst. Durch das Beschwerdemanagement sowie durch qualitätssichernde Maßnahmen wird sichergestellt, dass auch die Mitarbeiter immer zum Wohle des Kindes handeln. Wir sind stets bereit, Fachkompetenz zu erlangen und uns weiterzuentwickeln, um unserem Schutzauftrag nachkommen zu können. Ebenso sind wir daran interessiert, Rückmeldungen und Anregungen von Kindern, Eltern und anderen Mitarbeiterinnen zu erhalten.
Die Präventionsarbeit geschieht möglichst in engem Kontakt mit den Eltern. In Gesprächen können Fragen zur Entwicklung oder zu konkreten Situationen besprochen werden. Wir informieren die Eltern über unsere Grundhaltung und unsere Arbeit mit den Kindern. Bei weiteren Fragen oder Anliegen vermitteln wir den Eltern mit ihrer Zustimmung Beratungsstellen, wie z.B. Pro Familia.

9.3.3. Intervention

Intervention bedeutet zielgerichtet einzugreifen, wenn eine Situation vorliegt, die den Schutz der uns anvertrauten Mädchen und Jungen erfordert. Dies gilt z.B. bei körperlicher und/oder seelischer Vernachlässigung, seelischer und/oder körperlicher Misshandlung und bei sexueller Gewalt. Unser Fachpersonal ist durch den Schutzauftrag dazu verpflichtet, Anhaltspunkte für eine Kindeswohlgefährdung aufmerksam wahrzunehmen. Durch Hinzuziehen einer „insofern erfahrenen Fachkraft“ wird das Gefährdungsrisiko eingeschätzt. Zusätzlich ist es wichtig zu wissen, welche Maßnahmen zu treffen sind und was zu tun ist. Wir müssen entsprechende (Schutz-) Maßnahmen einleiten, wie auch mit falschen Vermutungen fachlich umgehen können.
Unser Krisenmanagement bezieht sich auf unterschiedliche Gefährdungsformen. In den Blick genommen werden Ereignisse, die im familiären/außerfamiliären Umfeld, wie innerhalb unserer Einrichtung geschehen können und von Erwachsenen ausgehen. Es umfasst aber auch das Verhalten von Kindern untereinander. In jedem Fall ist unser Vorgehen verbindlich geregelt und an professionellen Standards orientiert. Klar definierte Abläufe geben uns dabei Orientierung und Handlungssicherheit. Unser Ziel ist es, überlegt und strukturiert zu handeln, um den Schutz der Kinder sicherzustellen und professionelle Hilfe anzubieten.
Bei Bedarf wirkt das Fachpersonal bei den Personensorgeberechtigten darauf hin, dass Maßnahmen zur Abwendung des Gefährdungsrisikos in Anspruch genommen werden, wie z.B. Beratung, Familienhilfe oder Unterstützung durch das Jugendamt. Wenn auf diese Hilfen nicht eingegangen wird und/ oder eine akute Gefährdung besteht, ist das Personal zu einer sofortigen Benachrichtigung des Jugendamts bzw. des allgemeinen Sozialdienstes verpflichtet.
Unser Ziel ist es, den Kontakt mit den Eltern auch in Krisensituationen so zu gestalten, dass das Wohl des Kindes stets im gemeinsamen Mittelpunkt steht.

Quellenverweis
• Bayerischer Bildungs- und Erziehungsplan (BEP)
• Ifp – Staatsinstitut für Frühpädagogik, Broschüre
• Hören- Lauschen- Lernen; Würzburger Trainingsprogramm zur Vorbereitung auf den Erwerb der Schriftsprache
• Entspannung im Kindergarten; Verein „Mehr Zeit für Kinder“ e:V.
• Zitat: Richard von Weizsäcker
• katholische-kindergaerten.de
• kita.de
• kindergartenpaedagogik.de
• Bildquelle: Aktion Mensch
• Kindergarten heute: „So geht’s´ mit Krippenkindern“
• „Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern in den ersten drei Lebensjahren“
• Bild: Aktion Mensch
• Bilder: Pixabay

Impressum
Katholische Kita Kunterbunt
Ringstrasse 24
97904 Dorfprozelten
Tel.: 09392 7020
E-Mail: VillaKunterbunt_KIGA@web.de
Website: www.kindergarten-dorfprozelten.de
Leitung: Frau Silke Siebold

Unsere Einrichtung und der Verein gehören dem Caritasverband für den Landkreis Miltenberg e.V. und dem Caritasverband für die Diözese Würzburg e.V. an.
Das zuständige Pfarramt für unsere Einrichtung ist das katholische Pfarramt Dorfprozelten.
Träger der Einrichtung ist der
St. Johannisverein e.V.
Vorstand: Herr Egon Neuhoff
Tel.: 09392 7619

Rechtsform des Trägers: Körperschaft des öffentlichen Rechts

Diese Konzeption wurde im Team erarbeitet. Verantwortlich für den Inhalt sind Silke Siebold, Sylvia Neuhoff und Eva Hörnig.

Aktuelle Version: April 2020